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Archive for the ‘Auto’ Category

Es ist kalt geworden … Deutschland im Herbst 2017 … 2

Im Herbst war ich in der alten Heimat. Jetzt ist fast Weihnachten. Lange überlegte ich, ob ich überhaupt etwas schreiben solle zu diesen Eindrücken. Zumal es sich um Politik handelt.

Autos
Ich liebe Autos, ja. Und Motorräder. Und Mopeds. Eigentlich alles, was fährt und womit man fahren kann.

Als niemandem etwas Gescheites einfallen wollte, worüber man noch so streiten könnte, kam das E- Auto auf den Plan. Der Skandal um gefälschte Sauberkeitszertifikate liess nicht die Frage entstehen, ob eine noch höhere Euronorm überhaupt technisch machbar ist. Staubbelastung ist ja zum Beispiel auch durch Laserdrucker im Büro oder durch den Bremsabrieb einer mit Sand zwischen Stahlrad und Schiene bremsenden Tram vorhanden. Das- Eine- Welt- Konzept kann zudem nicht darin bestehen, dass abgasschmutzige Fahrzeuge nur ein paar Kilometer weiter östlich für die nächsten 10 Jahre gefahren werden.
Kein gesellschaftliches Problem scheint heute wichtiger zu sein als ein erst in Entwicklung befindliches Antriebskonzept für Zentraleuropa und die überfüllten Metropolen der Welt. Ein amerikanischer Hersteller wird hochstilisiert, obgleich weder Stückzahl noch Reichweite noch Kaufpreis annähernd eine Lösung der Mobilitätsbedürfnisse versprechen lassen. Die deutsche Autoindustrie wird gezwungen, schnell Zusagen zu elektrischen Antrieben zu machen. Andere schweigen. Bis endlich der Vorstand des grossen japanischen Herstellers erklärt, dass es derzeit noch zu viele technische Fragen gäbe, die zu lesen sind. HIER https://www.motor-talk.de/news/toyota-will-viele-startups-werden-t6200537.html

Aus Frankreich und Italien, selbst aus den USA, höre ich kaum etwas von FullSize Pickups oder Fiats und Peugeots mit Batterien. Ach, wahrscheinlich haben sie keine Luftprobleme. Oder sie haben sich damit abgefunden, dass sie demnächst weltweit geächtet werden. Oder verstehe ich das ganz falsch?

HIER lese ich etwas ganz Anderes. Da wird geschätzt, dass allein in DE mehr als 4 Millionen Autos mit manipulierten Abgasanlagen unterwegs sein sollen. So ein Ding aber auch! Stimmen die Deutschen schweigend mit den Füssen mit dem Käuferkonto bei 1-2-3 ab?

Wir brauchen andere Antriebsformen für die Mobilität. Wir brauchen insgesamt eine andere Mobilität. Car Sharing und der Bahnausbau sind gute Entwicklungen. Weshalb die Fernbusse dann so populär geworden sind, verstehe ich noch nicht. Nur ist eine derart breite Änderung von Verkehrssystemen eben schwerer zu machen als das Rauchen oder den Betrieb alter Öfen zu verbieten.

Ich frage mich nur: Muss man eigentlich immer so selbstzerstörerisch am lautesten rufen, um zu den Guten zu gehören? Wie viele Arbeitsplätze hängen an der Automobilproduktion? Und gibt es nicht Regionen, gleich in der Nachbarschaft, im Osten, wo es sehr lange brauchen wird, bis die ökologische Notwendigkeit für Elektrotankstellen verstanden wird?

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Kategorien:Auto, Deutschland

Untätig war ich nicht …

2017/03/05 2 Kommentare

… in den vergangenen Monaten. Ein paar Fotos aus dem Kameraspeicher, erst jetzt gesichert auf dem NAS.

imgp9990-kopie… Morgenhimmel über Riga

imgp0001-kopie… auch so kann er aussehen im Januar

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… Abendspaziergang durch die Altstadt von Riga. Die Musikantin war gut drauf.imgp0009-kopie

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Und zwei russische Souvenirs warten auf den Frühling. Vorher ist noch ein wenig Arbeit vonnöten:

imgp0028-kopie… die Simson (Awo) Sport aus 1961 wollte mit Richtung Westen

imag0822-kopie… und hinter dem gelben 2103 aus 1978 steckt eine interessante Geschichte.

Wenn beide auf der Strasse sind, erzähle ich.

Kategorien:Auto, Lettland, Riga Schlagwörter: , ,

Neue Ufer

imag0662-kopie… aus dem Handyspeicher: Die Tankstelle wurde nicht schlampig gebaut. Der beidseitige tiefer gelegene Teil des Betonbodens dient der optimalen Befüllung der Tanktouristen- Autos auf der russischen Seite der lettisch- russischen Grenze. In Brest hatten die Fahrer noch Auffahrkeile mit, damit die Autos schräg stehen konnten.

imag0669-kopie… Morgenpanorama

imag0685-kopie… Ausflug bei Regen und Wind an den Strand von Jurmala. Unglaublich tief ist der Strand, von Düne bis zum Wasser.

Am nächsten Wochenende bin ich nochmals nach Moskau gefahren. Zurück ging es wieder mit einem Stop, dieses Mal in Pskow.

imag0710-kopie… Hotel „Rizhskaya“, im sowjetischen Intourist- Chic, stilgerecht und nicht retro, sondern noch immer original. Hier der Arbeitsplatz der Etagenwächterin, Dezhurnaya.

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… schön, wenn im Bad ein Zettel an den Fliesen hängt mit der Bitte, das Toilettenpapier nicht in das Becken zu werfen.

imag0717-kopie… erster Schnee am 2. November

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… und ein weiterer Ausblick

Kategorien:Auto, Lettland Schlagwörter: ,

Ich nomadisiere

2016/10/19 4 Kommentare

… und dieses Mal mit einem grossen Schritt.

Die Uzbekistan- Tour war gerade vorüber. Ich bin wieder daheim. Und packe schon wieder. Nichts Besonderes soweit.

Ich sortiere. Was muss ich gleich einladen, in´s Auto, (???!!!???) was bleibt noch, was kommt in den Container. Ja, wie, was?

Am Samstag kamen wir an aus Uzbekistan. Am Sonntag nachmittag fahre ich wieder los. Zwei Schrankkoffer, eine Kiste, eine Tasche, ein Rucksack, ein Liter Alkohol, das ist mein Gepäck. Der Alkohol muss mit, nicht zum Trinken. Ich fahre nordwestlich, M-9, und komme an dem Tag bis Velikie Luki. Die Strecke ist gut. Nur 40 km vor Velikie Luki beginnen die Strassenbauarbeiten. Rechts ein tiefer Graben, beinahe ungesichert. Und Fernverkehr dicht an dicht, sodass nur wenig Raum bleibt.
Am Montagmorgen, so gegen 5, fahre ich weiter. Schliesslich will ich früh an der Grenze sein, der mit Lettland. Bin früh da. Grenze sehr leer.
Alles gut, Schichtwechsel, aber dann schnell, bis zur lettischen Prüfung.

(Kurzfassung)
Er: Prüfbericht für das Auto nicht dabei?
Ich: Nein, Haftpflicht gibt´s doch nur mit frischem Prüfbericht. HP habe ich hier. Bericht liegt im Büro, im Safe.
Er: Tja, dumm gelaufen. Wird heute nichts. Ich frage mal den Chef.
Er: Tja, da vorne ist die Wendestelle. Hier gibt´s dann wieder die Papiere und das Protokoll. Ohne Bericht geht´s nicht weiter.
Ich: Wo steht das denn? Ist das eine neue Regel?
Er: Ja, wurde nur noch nicht veröffentlicht.

Als ich wieder bei den Russen ankomme, grosse Fragen.

Der Eine sagt, ach, die Schicht ist heute dran.
Der Andere sagt, siehste, so empfangen dich deine europäischen Brüder. Willkommen daheim.
Der Dritte sagt, die nächste Prüfstelle ist ca. 1 km entfernt, XXX, YYY.

Ich fahre zur Prüfstelle, die rund um die Uhr geöffnet ist. Meinen neuen Prüfbericht bekomme ich auch, gültig für ein Jahr, für runde 30 EUR.

Gute zwei Stunden später als geplant bin ich durch. Die klapprigen Uralt- Passat und Audi 100 fahren nach Russland zum Tanken. Einen deutschen TÜV würden sie schon lange nicht mehr kriegen. Brauchen sie auch nicht.

Nach rund 4 1/2 Stunden Fahrt bin ich in Riga.

Meine neue Heimat.

Mit 2 Wochen und 5 1/2 Stunden Verspätung beginne ich meine neue Arbeit. Das Geschäft ist eigentlich nichts Neues. Neu ist die Region, die drei baltischen Länder, Lettland, Litauen, Estland. Neu sind auch Kollegen in drei Ländern.

Alles ist neu.

11 Jahre habe ich in Moskau gelebt. Ich habe zwei Mal den Arbeitgeber gewechselt, habe mehr oder weniger drei Firmen und eine Repräsentanz aufgebaut, in Russland und in Zentralasien, habe die Weltfinanzkrise erlebt, war „kurz danach“ in Tbilissi und auf dem Maidan, durfte die gesamte Region bereisen und habe trotzdem viel zu wenig gesehen, habe viele Geschäftspartner schätzen gelernt und einige wenige Freunde gefunden und bin dankbar und froh, dass die Frau an meiner Seite dieses Leben mit mir teilt.
Das baltische Angebot kam zum rechten Termin. 11 Jahre waren schon mindestens 7 über meinem Plan. Aber, um fair zu sein, was sollte eigentlich ab 2010 kommen?
Ich hatte mich eingerichtet, bis zum biblischen Alter in Russland zu sein. Nicht, weil es nichts Besseres gab. Nein, ich habe mich wohl gefühlt. Und ich habe gelitten und leide noch heute, wenn ich die Entwicklung der russisch- europäischen- deutschen Beziehungen seit dem 4. Quartal 2013 bedenke.
Ich gehörte einer geschätzten Nation an, deren Produkte unglaublich teuer, aber einfach die besten waren. Wir waren geachtet, sehr hoch geschätzt. Unsere Tochter konnte 2006 keinen Platz in der deutschen Schule Moskau erhalten. Duma- Abgeordneten- Autos standen vor dem Tor, eine Quote soll es gegeben haben, da des Präsidenten Töchter dort lernten. Alles vorbei. Die Schule wurde teuer, Wartelisten gibt es weder in der Schule noch für die WBS70- Wohnungen im deutschen Dorf.

Und so gehe ich mit dem sprichwörtlich weinenden und lachenden Auge aus Moskau und Russland weg. Als ich fuhr, liess ich Lyube im CD- Spieler laufen. Die Fahrt war lang, also folgten Sergey Trofimov und Alexander Rosenbaum. Ich bin nicht mehr der Jüngste …

Ich hoffe, meine Freunde J. und J. bewahren den Koffer. Ich brauche keinen in Berlin. Mein Traum bleibt. Ein Häuschen an hohem Ufer, Birken, ein Fluss zu sehen und meine Liebste und ich sitzen da bei Musik und schauen den Enkeln zu.

Lab dien!

Kategorien:Auto, Lettland, Reise, Russland Schlagwörter:

Barkas B1000

 

imag0632-kopie gesehen an der Zulassungsstelle in Moskau.

Kategorien:Auto Schlagwörter:

Auf Moskauer Strassen

… und aus meinem Handyknipserspeicher

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… andere Länder, andere Kreditzinsen. 15,4 % p.a. zu bewerben erfordert Mut, in Deutschland. In Russland braucht s noch ein hübsches Gesucht, um auf dieses Sonderangebot aufmerksam zu machen.

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imag0577-kopie… Erlkönig in Moskau. Endlich habe ich auch einen gesehen. Stand an der Ampelkreuzung neben mir. Zuerst dachte ich, dass ein wohlhabender Russe sich im Tuningregal vergriffen haben müsse.  Schnell genug war ich auch nicht, um Passwort ins Handy einzutippen und die Kamera- App anzuklicken. Der neue Landrover Discovery 5 machte offenbar Testfahrten in Moskau. Inzwischen wurde er in Paris ausgestellt.

Kategorien:Auto, Russland

Ladungssicherung und Improvisationstalent

… mal anders

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Ab und zu werde ich gefragt, wie diese Unfall-, Chaos- und Katastrophenfilmchen entstehen, die auf YouTube reichlich zu finden sind. Die Ausrüstung ist das eine und am schnellsten beschaffbar. Das andere ist der Leichtsinn der Anderen. Oder die Improvisationsgabe. Mit Hammer, Zange und einem Stück Draht kommst du bis nach Wolgograd, hiess es früher. Heute gibt es modernere Materialien. Scotch (=Klebeband) und Folien sind die absoluten Renner unter den Heimwerkerhilfsmitteln.

Der Opelfahrer wollte eine Platte nach Hause bringen. Selbstklebende Folie gab es offenbar reichlich. Weshalb also einen Dachgepäckträger kaufen? Der T-34- Aufkleber schützt ausserdem.

Temporäre Lösungen sind meist die, die alles überstehen. So wird es auch hier gewesen sein, in einer Parkbucht im Zentrum einer russischen Provinzstadt. Eine Unterspülung, der Gullydeckel lässt es erahnen, zerstörte die Strassendecke. Schnell wurde die Stelle gesichert. Inzwischen hat man sich daran gewöhnt, das Grün spriesst. Alles gut.

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Kategorien:Auto, Russland