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Archive for August 2015

Ein Wochenende …

2015/08/30 1 Kommentar

… ohne Arbeit, ohne vorzubereitende Präsentation, ohne Heim- oder Abflug, stressfrei und erholsam.

X, die Jüngste, reist am Montag ab. Ein neuer Abschnitt, wie man so schön sagt. Sie wird ihr Studium zum Wintersemester beginnen und darf am Dienstag bereits das Wohnheimzimmer in Magdeburg beziehen. Alles hat wunderbar geklappt, das Abiturergebnis genügte auch für den NC, ein Zimmerchen war frei. Nun muss sie nur noch bis zum Beginn des Mathe- Vorkurses eine theoretische und, wenn möglich, auch eine praktische Führerscheinprüfung bestehen, immatrikuliert werden, den Aufenthaltstitel verlängern, in Magdeburg einen Wohnsitz anmelden und das möblierte Zimmer einigermassen wohnlich machen. Als volljährige Ausländerin und sogenannte Bildungsinländerin hat sie ein bißchen mehr zu tun als ein deutscher Abiturient, ohne dass sie das Betreuungspaket für Ausländer nutzen kann.

Zum Abi schenkten wir ihr Tickets für ein gemeinsames Konzerterlebnis in Moskau. Linkin Park macht auf seiner Hunting Party Welt- Tournee nach Minsk einen Stop in der russischen Hauptstadt. Am Samstag war es soweit. Die Webseite der Gruppe ist lohnenswert.

IMAG0206 Kopie… neben dem Olimpiyskiy Stadion am Prospekt Mira, im Stadtzentrum, wird die neue Moschee fertig gebaut. Ohne Polizeischutz und ohne Demos und Gegendemos übrigens …

IMAG0209 Kopie… die Party beginnt, mit donnernden Schlägen des Trommlers und gewaltigen Lichtblitzen. Die Vorband habe ich schon wieder vergessen. Jack Action hatte sogar das Logo dem LP- Logo angepasst.IMAG0213 Kopie

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IMG-20150830-WA0018 Kopie… flash mob: YOU`RE ALWAYS WELCOME stand auf den hochgehaltenen Zetteln

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IMG-20150830-WA0026 Kopie… war toll, grossartig, sehr kräftig.

Ich muss aber gestehen, dass ich wohl mit Linkin Park Live an meiner Altersgrenze angekommen bin …

Sonntag
Der Fernsehturm Ostankino wurde 1967 teil- und ein Jahr später komplett eingeweiht. Der Besuch ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich, erfordert die Mitnahme von Ausweisdokumenten und ist exakt auf 60 Minuten begrenzt. Es lohnt sich. Die offene Aussichtsplattform war wegen Wind zwar geschlossen, in der darüberliegenden geschlossenen Etage auf rund 370 m konnten wir die Stadt ansehen.

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IMG-20150830-WA0005 Kopie… Ministerium der Verbindungen der UdSSR: Allunions- Radio- und Fernsehübertragungsstation „50 Jahre Oktober“
Darunter klein geschrieben: Erste Bezeichnung des Ostankinoer Fernsehturms 1967- 1991

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… VDNKhIMGP7595 Kopie

… Moscow City  IMGP7608 Kopie

… Moscow CityIMGP7557 Kopie… Prospekt Mira Richtung Zentrum

IMGP7558 Kopie… komisch, dass man wacklige Knie bekommt trotz des sicheren Wissens, dass diese Scheibe trägt

Und jetzt geht es gleich in ein indisches Restaurant, um den letzten Abend mit dem Kind zu verbringen.

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Kategorien:Moskau, Russland Schlagwörter: ,

Das Leben geht weiter …

… trotzdem, trotz der unglaublichen Nachrichten aus meiner Heimat. Ich habe mir heute die Karte der Anschläge und Aktionen des jahres 2015 angeschaut. Bremen ist vielleicht nicht schlecht, irgendein dünn besiedelter Landstrich. Aber das kann auch schnell daneben gehen. Und Immobilien heissen deshalb Unbeweglich, weil sie eben nicht so schnell zu wechseln sind, wenn man erst mal drin wohnt oder sie gar besitzt.

Aus dem Kameraspeicher der letzten Tage

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… Igor- Stravinsky- Giebel in der Bolshaya- Polyanka- Strasse IMAG0204-11

… Sommer- Smog über Moskau am Samstag IMAG0205-11

… „Um Sanktionen zu überstehen, muss man gut essen!“ steht an der Fassade der Stolovaya Nr. 1 in Krasnodar geschrieben

Kategorien:Moskau, Russland

Wohin eigentlich?

2015/08/24 7 Kommentare

2009: Mitteldeutsche Druckanstalt in Heidenau wird zu Lofts umgebaut. Die SZ berichtet darüber ausführlich.

2015: „Rechtsextreme Krawalle in Heidenau: Warum immer Sachsen?“ schreibt der Spiegel Online heute.
Und was noch übler daher kommt: „Aus Fremdenhass: Berliner beleidigt Kinder in S-Bahn und uriniert auf sie“ im FOCUS. Die Kinder und ihre Mutter kommen aus Osteuropa.
Westlich der Elbe ist´s auch nicht viel besser. Bei Stuttgart brannte ein Haus ab, das als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet wird.

Ich habe viele Jahre, mehr als 20, in Berlin gelebt und hielt die Stadt für weltoffen, liberal, tolerant. Für jeden gab es einen Platz. Klar, dass man nicht an jeden dieser Plätze gehen musste.

Ich suchte vor ein paar Jahren eine Wohnung zum Kauf in Sachsen, so als Vorsorge, als Ziel für den Tag X. Eben diese umgebaute Fabrik in Heidenau hatte ich auch auf der Liste. Nicht weit bis in die Sächsische Schweiz, S- Bahn bis Dresden, nicht zu gross, nicht zu klein. Bloss gut, dass es nicht dazu kam.

Irgendwann ist ja mal Schluss mit Fliegen und Büro und Zeitzonenwechseln und solchen Dingen. Nicht gleich, aber irgendwann. Bei jedem. Wohin kann ich dann gehen in Deutschland, ohne dass die Beste an meiner Seite nach gewisser Zeit desillusioniert feststellt, dass wir auch in Moskau hätten bleiben können? Hier will sie nicht bleiben, weil sie als Nicht- Slawin trotz russischem Pass nur Gast ist. In die Edelviertel von Hamburg und München, wo SIE auf dem Wochenmarkt mit dem Designer- Einkaufskorb frische Produkte vom Bauern kauft, während ER den Oldtimer auf Hochglanz bringt, gehören wir nicht hin.

Ich will keine Nachbarn haben, die auch an solchen Demonstrationen und Strassenversammlungen teilnehmen, schwarz- weiss- rote Fahnen tragen und in der Masse mutig werden.Ich würde ja auch nicht nach Buchenwald oder Dachau oder Rostock- Lichtenhagen oder Dortmund oder Lübtheen ziehen. Nach Heidenau nunmehr auch nicht. Welches Dorf, welche Stadt kommt morgen dazu?

Wohin in diesem Deutschland?

Kategorien:Deutschland

Gelesen: Flüchtlinge, 2.

… auch wenn ich fürchte, dass nun bald wieder Lichterketten brennen und Händchen gehalten werden, nachdem Til Schweiger sich Luft gemacht hatte … Seine Film- Partnerin Nora Tschirner hat einen passenden Beitrag im Focus abgeliefert. Lesens- und nachdenkenswert.

… und in Russland? Und in Kasachstan? Flüchtlinge sind hier weniger ein Thema. Dafür rauschte gestern die kasachische Währung mal eben 30% in die Tiefe und auch der Rubel legte nochmal ein paar Minus- Prozente nach, um jetzt bei 76 RUB pro EUR zu sein. Nur zum Nachdenken, lieber Leser, am 21. Juni, vor 2 Monaten, waren es noch 61 RUB, knappe 25% weniger. Das macht keinen Spass. Nicht im Supermarkt und auch nicht beim Brötchenverdienen, wenn man vom Verkauf importierter Ausrüstungen aus Euroland lebt …

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Am Strand

… diesen Schnappschuss wollte ich nun nicht für mich behalten

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Flüchtlinge, grosse und kleine Politik

2015/08/20 1 Kommentar

Liegt es am Alter oder am Wohnort? Ich versuche, möglichst wenig Politisches zu schreiben. Aber manchmal geht es nicht anders.

Meldung1: Die USA sind nicht bereit für einen Krieg gegen Russland, verlautet aus Washington.- Wer wollte das wissen? Oder will da jemand vorbereitend mitteilen, dass es nur eine Frage der Zeit und des Geldes wäre, bis die nunmehr grösste Bedrohung der USA eingeschränkt werden könnte?

Meldung2: China und Russland spionieren aktiv den email- Verkehr von Aussenminister K und Anderen aus, was der Betreffende laut beklagt und kritisiert.- Käme ich aus einem Land, das eine Behörde extra zu diesem Zweck hat, mit einem Enn am Anfang und einem Ah am Ende, die auch die deutsche Bundesregierung elektronisch bespitzelt hat, dann wäre ich vielleicht etwas bescheidener, leiser. Aber dies gehört wohl nicht zum Basisbenehmen grosser Nationen.

Meldung3: Man erwartet für dieses Jahr 800.000 Asylanträge in Deutschland.- Es ist eine unglaubliche Zahl. Flüchtlingen, die aus Syrien oder anderen Gebieten kommen, in denen der Frieden auch durch westliches Sendungsbewusstsein und aktives Eingreifen gefährdet oder zerstört wird, muss geholfen werden. Weshalb jedoch muss man über den Balkan diskutieren? Ich kenne kein Land, für das es eine Reisewarnung des Aussenamtes gibt. Und das europäische Brudervolk in der Slowakei bringt es auf die Spitze. 200, Zweihundert, syrische Flüchtlinge würden sie aufnehmen, aber keine Moslems. Und weshalb gehen die Flüchtlinge nicht auf kürzestem Weg in ein friedliches, sonniges Land wie Bulgarien oder Rumänien?

Meldung4: Polen fordert Truppen der NATO, da das Land nicht die Pufferzone abgeben will, kommt aus Warschau.- Wie bitte, mag man sich da fragen? Ein Land wird es sein. Geographisch gesehen könnte nach der Ukraine natürlich noch Belarus diese Funktion erfüllen.

Meldung5: 86 Milliarden Hilfe für Griechenland sind beschlossen, im Bundestag.- Das sind Zahlen, die man nicht greifen kann.

Meldung6: Til Schweiger platzt der Kragen in einer Talk- Show.- Weshalb nur erinnert mich das so an das Ende der DDR, als Kulturschaffende und Kirchenleute zum Sprachrohr wurden, ihre Popularität oder ihre gesellschaftliche Sonderrolle ausnutzend die Wahrheit sagten? Dieses Geseiere, dieses Herumgerede der Regierenden, das Mahnen und Einfordern des Bundespfarrers, all das muss ersetzt werden durch klare Stellungnahmen und Handeln. Jedes Vakuum, jede Schwäche wird ausgenutzt durch Extreme, die bei der breiten Masse leicht Gehör finden können.

— Könnte die zivilisierte Welt sich nicht endlich mal zusammen setzen, Sandkasten- und andere Spielereien sein lassen, Wahlkämpfe und andere Shows aussetzen, um eine Strategie gegen den islamischen Terror des IS zu vereinbaren?

Kategorien:Deutschland

Nach Berlin – На Берлин

2015/08/20 3 Kommentare

In den vergangenen Tagen sorgte ein Foto von einer Manöver- Granate für grosse Aufregung, auf der ein Scherzbold den Schlachtruf der Roten Armee aus dem 2. Weltkrieg, hier Grosser Vaterländischer Krieg genannt, gepinselt hatte. Nicht ganz elegant, nicht ganz passend, gut. Die erzeugte Medienwelle ist jedoch ungefähr gleichzusetzen mit der Notwendigkeit, mit einer diplomatischen Note auf das Abspielen von Heinos deutschen Liedgut im öffentlich- rechtlichen usw. zu reagieren.

Ich habe ihn gefunden, den ultimativen Beweis für Russlands militärischen Aufmarsch unweit ukrainischer Grenzen, im Krasnodarer Gebiet. Einfach so, ungetarnt, auf dem Parkplatz eines Hotels stand er, der Panzer für Zuhause, der Do- It- Yourself- Schreck, die Waffe für den schnellen Vormarsch. Und Nach Berlin stand auch noch auf den Türen. Nun gut, die Scheiben schlossen nicht mehr richtig, ein Rücklicht war abgefahren, der Ölverbrauch dürfte sich auch im Literbereich auf 100 km bewegen. Der Kommandant muss kleinerer Statur sein, um dem Feind aus der Turmluke ins Auge zu sehen.

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Ich kann nur hoffen, dass keine Drohne dieses Gefährt entdeckt. Es wäre schade um das Hotel und die benachbarte Tankstelle.

… oder habe ich da was falsch verstanden?

Kategorien:Auto, Russland Schlagwörter: