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Archive for Juni 2015

GAU

2015/06/28 1 Kommentar

… das Wort lernte ich 1986, als Tschernobyl hochging.

Grösster
Anzunehmender
Unglücksfall

Freitagabend, DME, ich mal wieder im Flieger, beim Herausrollen sehe ich eine Maschine der Ukraine International. Flugzeugkennung UR GAU.
Wortspielereien gefällig?

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Kategorien:Airlines Schlagwörter:

Der Blaue Planet

2015/06/27 2 Kommentare

In meinem Auto habe ich, um ab und zu das russische Popsa- Gedudel samt Werbung abzustellen, einen Transmitter angeschlossen. Der hat einen SD- Karteneinsatz und sendet, quasi als Kleinstsender, auf eine freie UKW- Frequenz des Radios. Die Leistung ist so schwach, dass diese Dinger sogar in Deutschland betrieben werden dürfen. Hoffe ich zumindest, da ich sie schon verschenkt habe.

Eine Speicherkarte habe ich mit allem bespielt, was unter der Kategorie Ostrock läuft. Als alter Mann umfasst dies Musik von Uwe Schikora, Scirocco, Renft, Puhdys, Karat, Berluc, Transit, Stern Meissen bis hin zu den neuen Platten von City oder Silly, nunmehr mit der begnadeten Stimme von Anna Loos, zum Beispiel. Im Shuttle- Modus ist dies zwar ziemlich durcheinander gewürfelt, aber auch die Zeiten haben sich geändert. Puhdys singen Renft- ein Unding, eine Zumutung, ein Frevel ohnegleichen hätte ich vor 40 Jahren gerufen. Als Renft- Anhänger waren die Puhdys für mich absolut tabu, damals. Zum Beispiel.

Heute morgen hörte ich Karats „Der blaue Planet“. ´82 muss das gewesen sein, als diese Platte erschien, auf dem Höhepunkt der Friedensbewegungen in Ost und West. Sicher lässt sich trefflich streiten, ob das Weltuntergangs- Szenario, das damals auf beiden Seiten der Grenze gespielt wurde, wirklich, realistisch war. Aber es gipfelte in massiven Demonstrationen. Ich sah mal im TV einen Auswanderbeitrag, wo (West-) Deutsche vorgestellt wurden, die zu jener Zeit nach Australien emigriert waren, um der Gefahr eines Atomkrieges zu entgehen. Udo Lindenberg kam damals in den Palast der Republik, die Amiga- Platte konnte ich wenigstens erstehen.

Und heute? Unterscheidet sich die Situation zwischen den Blöcken irgendwie? Klar, die Westgrenz ist nach Osten gewandert. Die Regierungen einiger ehemaliger Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrages rufen nach Waffen und Truppen. Die NATO zeigt sich wieder als Militärbündnis und nicht als Friedensbündnis oder Katastrophenhilfe.

Das Schlimmste für mich ist, wie salonfähig es geworden ist, von militärischen Mitteln zu sprechen, von Abschreckung, von Verteidigung. Gemeinsame Manöver der NATO mit ukrainischen Truppen sind geplant. In der Ukraine.

Haben die alle diese Anfang80er Jahre vergessen oder wenigstens die Kubakrise von 1962?

Und der Islamische Staat prägt bereits eigenes Geld, aus Gold und Silber natürlich, und im Kaukasus, auf russischem Boden, schwören die islamischen Terroristen dem IS die Treue. In Tunesien, Frankreich, Kuweit sterben Menschen durch IS- Anschläge.

Merkt denn keiner was?

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Schul- und späteren Hochschulausbildung war, die Welt verstehen zu lernen. Heute fällt mir dies zunehmend schwer.

Der blaue Planet

Tanzt unsere Welt mit sich selbst schon im Fieber?
Liegt unser Glück nur im Spiel der Neutronen?
Wird dieser Kuß und das Wort, das ich dir Gestern gab,
schon das Letzte sein?
Wird nur noch Staub und Gestein ausgebrannt alle Zeit
auf der Erde sein?Uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten!

Fliegt morgen Früh um halb drei nur ein Fluch und ein Schrei
durch die Finsternis?
Muß dieser Kuß und das Wort was ich dir Gestern gab
schon das Letzte sein?
Soll unser Kind, das die Welt noch nicht kennt,
alle Zeit ungeboren sein?
Uns hilft kein Gott unsere Welt zu erhalten
….

Kategorien:Deutschland Schlagwörter: ,

Wie die Zeit vergeht …

2015/06/22 4 Kommentare

Nach der Messe gab es viel Arbeit. Ein Wochenende zum Ausschlafen und Nichts- Tun.

Danach eine Woche Arbeit. Dank des Russland- Tages war sie auch nur 4 Tage lang. Am Freitagmorgen fahren wir los, Richtung Nizhni Novgorod. Schlaffe 240 km sagt der Navigator, knapp 6 Stunden werden mal eben ausgeworfen … Wir sind nicht die Einzigen, die Richtung Osten raus wollen. Aber wir kommen an, nach sehr langer Fahrt. Es wird ein langer Abend, sehr schön, zu Gast in einem wundervollen neuen Blockhaus. Unsere beiden Gastgeber haben prima geplant und mit allem Können in der Region (russisch für Provinz) das Familienheim gebaut.

Am Sonnabend machen wir noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Nizhni. Nett.

Auf der Heimfahrt ein kleiner Stopp. Wir hatten schon auf der Hinfahrt die psychedelisch violetten Lupinenfelder gesehen.

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IMGP7054 KopieUnd wieder eine Woche Arbeit.

Ich muss in die Schweiz.

IMAG0008[1] - 1… Zürich Flughafen, 15 Minuten bis zur Abfahrt, Grande Chai Latte

IMAG0011[1]-1… heute in einem Meeting in Europa zu sitzen und auf Vertriebszahlen in Russland zu gucken, macht nicht so unbedingt Vergnügen… Dafür fällt mir etwas anderes auf: Einige Kollegen wischen und tippen eifrig auf ihren ilaxys herum, oder wie auch die netten Geräte sonst heissen. Ich gehöre zwar noch nicht jener Kategorie an, die einen Tablet- PC als Schneidbrett benutzen würden. Geschäftlich eMails zu schreiben, Protokollnotizen zu machen würde mir jedoch nicht einfallen. Der Beginn des Alterns?

… egal. Das Telefon hat so eine scharfe Kamera, dass ich die Krümel auf der Tastatur sehe.

Nachtflug nach Hause am Freitagabend. Flugzeug ist brechend voll mit Eco- Passagieren. Ich bekomme einen vorderen Gangplatz und bin so zügig draussen. Durch die helle Nacht fahren wir heim.

Nach ein paar Stunden Schlaf und den üblichen Samstagbesorgungen fahren wir wieder Richtung Osten. Lange schon sind wir eingeladen von einem anderen Deutschen, der mit seiner Familie ein Haus auf dem Dorf gebaut hat und künftig dauerhaft dort wohnen will.

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IMAG0017[1]-1… ein langer Abend wurde es, ein kurze Nacht, mit russischer Banja, feinem Shashlyk, bestem Bier und guten Gesprächen.

Am Sonntagabend mussten wir wieder nach Moskau. Schade eigentlich. Russische Provinz könnte mir gefallen.

Heute lese ich, dass die Sanktionen der EU bis Januar verlängert sind und reziproke Aktionen der Sanktionierten vorbereitet werden. Wann hört das wohl auf?

… achso, heute jährt sich der Tag des Überfalls auf die Sowjetunion wieder

Kategorien:Russland

Juni in Moskau

2015/06/07 3 Kommentare

Die CTT, die alljährliche Baumaschinenausstellung, öffnete ihre Tore für 5 Tage. Noch mehr grosse Hersteller und Händler als üblich blieben der Messe fern. Die Turbulenzen des Finanzmarktes und die Schwierigkeit der Beschaffung günstiger Kredite zum Handeln machen sich bemerkbar. Andererseits sind Kunden sehr sensible Beobachter. Für sie ist die Teilnahme ihres bevorzugten Lieferanten Gradmesser der Ernsthaftigkeit seiner Präsenz auf dem russischen Markt und  seiner finanziellen Stabilität.

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… sieht schon leerer aus

IMGP7018 Kopie… Moskva City von der MKAD- Seite aus

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… nichts da mit Photoshop oder anderen Bildbearbeitern, das ist originalIMGP7014 KopieIn Petersburg haben wir bald die komplett weissen Nächte. Moskau liegt zwar rd. 800 km weiter südlich. Gegen 11 am Abend wird es dunkel, gegen 3 am Morgen ist es schon wieder sehr hell. Dazwischen gibt es schönen Fotohimmel.

Und sonst?

Meine Hoffnung, dass sich Ost und West wieder zusammen setzen und reden können, wie die Menschheit weiter lebt und den gemeinsamen Bedrohungen entgegen tritt, wird immer wieder bedrückt durch Meldungen über neue Waffeneinsätze in der Ukraine, verbale Ausfälle, zweifelhafte Reiseverbote. Dass nunmehr B-52, an die ich mich vor -zig Jahren während des Vietnamkrieges als die fliegenden, todbringenden Festungen erinnere, entlang russischer Grenzen fliegen, wird ganz sicher nicht zur Stabilisierung der Lage beitragen.

Kategorien:Moskau Schlagwörter: