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Archive for Juli 2014

Reriker Liedersommer

Vom Nachtflug mit LH613 etwas gerädert und lädiert, mache ich eine kleine ostdeutsche Runde. Berlin- Dresden, der Doc wartet, und retour an die Ostsee. Mit den Freunden sind wir in Rerik zum Liedersommer verabredet. Der Freitag endet entsprechend ruhig bei Käpt´n Flint mit Salzhaff- Blick in Rerik.
Am Samstagabend gibt es den besten Fisch der Region im Restaurant „Steilküste“. Um 17 Uhr muss man anstehen, um bei der ersten Welle der Terassengäste und bei denen zu sein, die den fangfrischen Fisch ordern dürfen. Ein Gedicht!

Der Reriker Liedersommer ´14 hat terminliches Ungemach. Zeitgleich sind die Kühlungsborner Cocktailnacht und das erste Rock- Konzert am Strand von Warnemünde organisiert. Schade! Die Lütte, Angelika Mann, mit ihren Musikern Uwe und Jörg gibt ein wirklich gutes Konzert. Warmer Strand, vor Konzertbeginn nochmal schnell ins Wasser, Bier und was wer sonst braucht wird gut gekühlt verkauft, die Zigarren gegen die Mücken sind mitgebracht- perfekt. So lässt sich ein Samstagabend geniessen. Der zweite Act des Abends, Dirk Michaelis, ist nicht ganz mein Ding.

Sonntag und Montagvormittag geniessen wir noch bei wunderschönem Wetter am Strand. Am Montagabend sind wir wieder im Ibis Budget Hennigsdorf, am Dienstag hebt das Flugzeug nach Moskau ab.

Ein gutes Wochenende. Nur verstehe ich nicht, wo die Mücken an der Ostseeküste herkommen. Das Salzhaff und die Ostsee selber sind zu salzig für die Brut. Woher kommen diese Viecher dann?

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weiter, immer weiter, aber kosten darf es nichts

Am Dienstag, 22. Juli, fliege ich wieder mal nach Ashgabat. Mittwoch, Donnerstag, zwei Tage voller gut vorbereiteter Termine, kein Leerlauf. In der Nacht zum Freitag geht es wieder zurück, dieses Mal nach Berlin.
Unangenehm ist dieses Mal die ansonsten so zuverlässige, bestens organisierte Lufthansa: Flogen bis dato, seit ich vor weit mehr als 10 Jahren dieses Land zum ersten Mal bereiste, Langstreckenflugzeuge über die 6:55 lange Distanz, so hat jetzt irgendein Controller die Kostenbremse gezogen. Unglaublich, aber wahr: Die LH setzt einen A321 ein. Für Wenigflieger sei gesagt, dass dies das Gerät ist, das zwischen Berlin und Frankfurt z.B. fliegt. Die Business- Klasse besteht aus den ganz normalen Eco- Sesseln mit gleichem Abstand, lediglich der Mittelplatz wird frei gehalten.
Selbstverständlich gibt es kein Entertainment- System, keine Musik, kein Film, eine bunte Zeitung auf Zuteilung, das Menü entspricht ebenso dem Inlandsstandard.
Nun will ich kein falsches Mitleid erzeugen. Ich weiss, dass Business fliegen für viele ein Luxusproblem ist. Aber ich halte es für irgendwie falsch verstandene Marktwirtschaft, wenn bei unverändertem Preis eine Leistung ohne vorherige Information um mindestens die Hälfte reduziert wird. Der Tagflug ist ja noch auszuhalten, ich muss nichts essen und kann mein Galaxy samt ordentlichem Kpfhörer selber mitbringen. Rückwärts geht der Flug um 22:25 deutsche Zeit ab und kommt an um 06:30 in Frankfurt. Das ist eine ganze Nacht, der sich kein Wochenende, sondern mindestens noch ein Weiterflug und Arbeit anschliessen.

Liebe LH- Manager, wacht auf, bevor die Passagiere den Weg über Istanbul entdecken!

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… A380, ein majestätisches Flugzeug20140722_110249-11

… ein Schelm, wer Böses dabei denkt20140722_134407-1

… Willkommenstrunk LH612/ LH613 Business Class20140722_134608-1

… Beinfreiheit in Business20140722_151205-1

… das Menü der Business Class auf einem Langstreckenflug20140722_164333-1

… so verbringt man auch eine ganze Nacht in der Business20140724_185000-1

… das 11- Pferde- Monument in Ashgabat wird umgebaut

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Tver, Volga, Ostashkov

Das WM- Finale- Wochenende naht, Freitagnachmittag- ich kann´s nicht lassen. Statt vernünftig die Einkäufe zu erledigen, nach Hause durch den Stau zu rudern und den Abend mit einem Film aus der heruntergeladenen Mediathek oder OTR zu beenden, starten wir um 15 Uhr Richtung Tver. Sind ja nur 160 km, immer die Leningradskoye geradeaus.

Nach 4 1/2 Stunden sind wir endlich da. 160 km.

Ich weiss, weshalb das Thema Datsche oder auch nur Wohnen auf dem Land hier kein Thema für mich ist.

Nach dem Abendessen im Budweiser Restaurant ein kleiner Spaziergang durch die Stadt.

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20140711_215852 Kopie… Tver am Abend

Am nächsten Morgen fahren wir weiter. In Ostashkov wollen wir am Abend schlafen, die Quelle der Volga muss vorher besichtigt werden.

20140712_075439-1… morgendlicher Hotelfensterblick

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IMGP3797 Kopie… die Volga, eines der russischen Symbole entspringt hier

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… Ostashkov hat eine Vielzahl sehr schöner RestaurierungsobjekteIMGP3831 Kopie

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… Kirche und Lenin im Stadtzentrum. Der Revolutionsführer geniesst offenbar nicht mehr so die Wertschätzung, die Tauben durften sich über ihn her machen

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… Hafen am Seliger- SeeIMGP3817 Kopie

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… Arbeitersiedlung genannt, ist dies ein geschlossener Komplex wunderschöner alter Häuser, gruppiert um die Kirche im StadtzentrumIMGP3858 Kopie

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… Zeugen früheren Schaffens

Am Sonntagvormittag beschliessen wir, auf die Besichtigung von Kimry zu verzichten. Den Moskauer Rückstau umgehen wir, indem wir über Rzhev fahren, weiter auf der M9, die aus Riga kommt. Das dachten wir. Auf Höhe Ausfahrt Istra gibt es eine Baustelle, die uns knapp 2 Stunden auf ca. 10 km fahren lässt. Der frühe Start erlaubt uns dennoch, am Nachmittag daheim zu sein. Die Fussball- WM wollte ich vor dem Fernseher ausklingen lassen.

(mit einer Woche Verspätung aufgeschrieben)

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so eine Sche*** !!!

Eigentlich liegen noch die Bilder vom vergangenen Wochenende unbearbeitet auf dem Server. Der schöne Ausflug zur Wolga- Quelle musste zurück treten, als am Sonntagabend, bei uns lange nach Mitternacht schon, die Fussball- WM gewonnen war. Etwas müde kaufte ich am Morgen Eistorten für´s Büro, hängte die Fahne ans Auto und streifte das 3- Sterne- Trikot über. Niemand in Blau hielt mich an, mehrfach wurde ich grinsend gegrüsst. Wir hatten ein paar schöne Tage, genossen noch heimlich die Freude. Die Party auf der Strasse des 17. Juni war einfach Klasse, auch aus der TV- Perspektive. Die gauchogate genannte Nummer war ein Skandal, aber nur für jene, die einen draus gemacht haben. Es war Blödelei, Fussball- Gesang, Stadiongegröle und ebenso sehr oder so wenig typisch für Deutschland wie die schöne Helene Fischer in ihrem extra kürzer genähten Hemdchen, von wegen des sehenswerten flachen Bauchs.

Und jetzt?

Jetzt schiessen die ein Passagierflugzeug ab. Haben die noch alle Tassen im Schrank? Egal, wer das war, das ist ein Verbrechen, das ist Terror. Nicht nur, weil ich massiver Vielflieger bin und letztmalig bewusst Ende April da drüber geflogen bin. Dieser Krieg in der Ukraine ist völlig ausser Kontrolle. Jeder scheint da zu schiessen, zu bomben, zu morden, so, wie es ihm gerade gefällt.

Da drin sassen Leute wie ich, die zur Arbeit flogen. Keine Uniformierten, keine Hilfsgüter- Transportierer oder für den Einsatz in irgendeinem Krisengebiet freiwillig Gemeldete, nein, normale Passagiere, die mit der Malaysian zu ihrem Ziel wollten.

Das ist das Allerletzte. Odessa wurde noch nicht aufgeklärt, wird es wohl auch nie. Ich hoffe dringend, dass die Satelliten da oben nicht nur gut sind für das Aufzeichnen unserer Telefonate, sondern auch für das Rückverfolgen von Raketenschweifen.

Mir tun die Passagiere, die Opfer wurden, und ihre Angehörigen sehr leid.

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Nun doch mit Fahne …

Vor ein paar Jahren, 2006, wurde ich vom Concierge des früheren Wohnhauses morgens aus dem Bett geklingelt. Ich hatte am späten Abend nach dem Sieg gegen Argentinien die Flagge aus dem Fenster gehängt. Dies sei nach §§ usw. nicht zulässig, ausserdem würde die fremde Flagge meine Nachbarn stören.

Gestern Abend, Null Uhr Ortszeit, begann das inzwischen als historisch bezeichnete Spiel gegen Brasilien. Es war unglaublich, was da abging. Das sah aus, als ob eine Juniorenmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen die National- Elf absolvieren darf.

Nun musste Aktion her. Die Nacht war kurz, zu kurz. 4 1/2 Stunden Schlaf reichen mir wirklich nicht. Egal.
Am Morgen kam die Autofahne ans Fenster, das Nationalmannschaftstrikot wurde angezogen. Ich fuhr in die METRO, um Frühstück für die Kollegen zu holen. Deutsche Würstchen gibt´s nicht mehr, aber russisch hergestellte Wiener und Weisswürste. Senf, Brot, Kuchen für hinterher, fertig. Im dichten Verkehr über den Prospekt Mira ging es ins Büro. Niemand hielt mich an. Ein Polizist hielt den Daumen hoch, andere Autofahrer hupten und grüssten. Und die Kollegen haben sich gefreut.

Geht doch. Man muss nicht immer an Sanktionen, Gegensanktionen, Gegengegensanktionen denken, oder?

20140709_081035… Nur was mach ich jetzt am kommenden Montag? Der Pokal muss jetzt einfach kommen. Und ich habe keine bessere Idee als das Würstchenfrühstück. Was ist noch nahe an deutschen Büro- Ess- Gewohnheiten? Hackepeter und Schabefleisch muss ich nicht zubereiten. Hoffentlich wird es richtig heiss. Dann hilft eine Ladung Eiscreme.

Verwirrend

… kann es schon für den gemeinen Flugreisenden werden, wenn die Bordkarten des identischen An- und Abflughafens verschiedene Länder ausweisen.

Der Reihe nach:
Am Sonntagabend flog ich wieder nach Europa, mit dem beliebten Nachtflug LX1324 war ich am Mittwochmorgen wieder in Moskau. Ich hatte nur Handgepäck, die Slalomtricks zur schnelleren Passkontrolle in DME kenne ich inzwischen auch ein wenig. Gegen dreiviertel vier war ich daheim. Die Sonne kitzelte mich wach, um neun Uhr dreissig sass ich am Schreibtisch im Büro.
Papierstapel unterzeichnet, das Budget 2015 beginnt langsam zu drücken, das Jahr 2014 hat noch nicht genügend Aufträge, … das Übliche eben.
Ich will nach Simferopol, möglichst bald. Tickets gbt es kaum noch, offenbar verbringen viele Russen ihren Urlaub auf der Krim. Also fliege ich hin mit SU, rück mit S7

Online Checkin bei SU 24 Stunden vor Abflug, bei S7 sind´s gar 30 Stunden. Ich habe beide Bordkarten in der Hand: 2014-04-03-svo-1SU gibt nur die Flughafenkürzel an, SIP für Simferopol.
2014-04-04-s7-1Und S7? Ups! Abflugort ist Simferopol, Ukraine. Wie? Was? Wenn das mal gut geht … Ein Bürokrat lebt gefährlich. Wird ihm wohl kaum helfen, das als Versehen und Nachlässigkeit auf seinen ITler abzuschieben …  Selbst Guggel hat eine gestrichelte Linie gezogen zwischen Festland- Ukraine und Krim, im Gegensatz zur Strasse von Kerch. Also keine Grenze, aber irgendetwas anderes ist da schon. Vielleicht sind´s auch nur nautische Zeichen …

2014-07-03 Krim Google

Wie es sonst war?

Irgendwie eine Region dazwischen. Auf dem Flughafen haben die Zubringerautos für VIP noch ukrainische Nummern. Unser Bus für Normalreisende ist nagelneu, alles bestens.
184149-1 In der Stadt sehe ich viele russische Autos, neue Moskauer 777- Nummern und natürlich aus den benachbarten südlichen Regionen. Gemäss der „Reklame“ auf dem Schildhalter hat der Generalstaatsanwalt auch schon eine Limousine entsandt. Vielleicht war´s auch nur der diensthabende Wachmann, der sich das Plastikteil besorgt hat…
Jetzt gilt Moskauer Uhrzeit. Mein Telefon weiss das natürlich nicht und stellt eine Stunde zurück.
Ich höre von den Problemen, eine Wirtschaft wenn zu trennen. Unternehmensaktiva müssen geteilt werden, Zulieferketten neu aufgebaut werden, Aussenstände auf einmal aus einem anderen Land eingeholt werden.
Auch wenn der Planugs- und Organisationsaufwand östlich der Oder nicht ganz so ernst genommen wird, eines glaube ich nunmehr fest: Da war nichts vorbereitet, nichts geplant, nichts in der Schublade.
Und ansonsten? Sommer, Leute sitzen auf Terrassen bei Shashlyk und Bier, alle Aufregungen dieser Welt scheinen weit weg zu sein. Beide Flüge sind komplett besetzt. Also nichts Besonders.

081512-1… Hotelfensterblick

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