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Archive for Mai 2013

Wildunfall

Wir liefern Z im Internat ab und machen uns auf den Weg nach Berlin. A9 ist mir regelmässig zu voll, ausserdem ist das Hotel am Potsdamer Platz. Die Strecke über Dresden soll´s sein.

Kurz vor dem Dreieck Nossen erwischt es uns. Ich werde überholt und sehe, wie ein Reh von links nach rechts vor dem Überholenden gerade noch vorbei kommt- in meine Spur.  1 1/2 Wagenlängen sind zu kurt für eine Reaktion ausser Bremsen. An der rechten Vorderkante gibt es einen kleinen Aufschlag. Ich halte sofort an. Reh hat sich offensichtlich in den Wald verzogen. Ich rufe Mietwagenfirma und Polizei an. Nach einer Stunde sind die Formalitäten erledigt. An der nächsten Tankstelle fotografiere ich den Schaden.20130526_231212 Kopie

Schöner Käse! Weniger wegen des Autos. Die Mietwagenfirma hat keine Versicherung, ich habe nicht auf die SB geachtet. 800 EUR werden´s wohl werden. Ich bedaure, dass ich das Reh getroffen habe.

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Kategorien:Auto Schlagwörter:

Düsseldorf

O. tritt am 1. Juli ihre neue Arbeitsstelle in Düsseldorf an. Grund genug für einen Vater, mal dahin zu fahren. Die Wohnung ist zwar noch nicht frei. Aber es gibt genug zu besprechen und zu sehen.
Der Morgen begrüsst uns mit verhangenem Himmel, aber trocken. Wir beschliessen, eine Stadtrundfahrt zu nehmen für den allgemeinen Überblick.
Auf dem Weg zwischen Bahnhof und Touristen- Info sehen wir eine grosse Zahl Kostümierter. Auffällig sind die Kimonos und die offenkundig karnevals- untypischen Kostüme. Der Führer der Stadtrundfahrt klärt auf: Es ist Japan- Wochenende in Düsseldorf.
Später, auf dem Weg entlang des Rheinufers, sind wir mittendrin. Geishas und Manga- lesende Kämpfer sind unterwegs, wilde Kostüme und viele, viele Japaner. Wie mögen Letztere dieses Kostümfest empfinden? Wahrscheinlich ebenso wie wir, wenn sich Japaner in Lederhose und Dirndl auf den Besuch eines Bierhauses in Tokio vorbereiten.

Anyhow- es ist eine wunderbar internationale Atmosphäre in der Stadt. Die Stadt könnte mir gefallen…

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Der Samstag endet mit der Champions League Übertragung im Hotel. Ich bin wohl kein Bayern- Fan und auch keiner der Dortmunder. Denen hätte ich es aber gegönnt, den Pokal zu holen. Schon aus Prinzip und für den Kauf von Götze …

Der Sonntag ist ein weiterer Regentag. Es regnet morgens und endet nicht bis zur Abreise am Spätnachmittag.

Kategorien:Deutschland Schlagwörter:

Wurzen- Leipzig- Düsseldorf

Wer kennt schon Wurzen? Ausser Zwieback will mir nichts einfallen.
Z, die Jüngste, muss abgeholt werden am Freitag.
Wir hatten einen schnellen Mittwoch, Ostsee- Berlin- Mittelsachen.
Donnerstag Erledigungen in Dresden, Freitag Ausschlafen und ab.
Nach Wurzen und weiter. In Wurzen wollten wir nur ein wenig Zeit tot schlagen. Nettes Städtchen, gut restauriert.

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… ein Platz in Wurzens Zentrum

Ruhen is´ nich´, deshalb fliegen wir am Abend ab Leipzig nach Düsseldorf. Der neue Flughafen ist der Lacher. Wir parken das Auto uf P2. Gehen zum mit „Abflug“ gekennzeichneten Bereich, mit Gepäck natürlich. Suchen den Check- In- Schalter. Finden überhaupt keinen. Der freundliche Kontrolleur schickt uns zurück über die obere Etage- in die Nähe des P2- Parkplatzes. Ein ganz Kluger hat den Check- In- Bereich nahe den Parkplätzen irgendwo oben geplant, ohne ausreichend darauf hinzuweisen.

Nach dieser Hürde ist alles bestens.20130524_215741 Kopie

… spätabends Anflug auf Düsseldorf

Kategorien:Airlines Schlagwörter: , ,

Pack die Badehose ein …

… nee, nee, so verwegen war ich nicht.

Die alljährliche Pfingstfahrt wurde dieses Mal für die Ostsee geplant. Nahe Kühlungsborn, in den Bergen, hatte ich die FeWo im Schloss Hohen Niendorf gebucht.
Der Flug nach Berlin verlief problemlos und pünktlich. Der vorgebuchte Mietwagen, diesmal über b**-mietwagen.de, war nicht vorhanden. Eigentlich hätte es mich mißtrauisch machen müssen, dass ich die Buchungsbestätigung über car““ar bekam, der Vermieter hingegen wiederum ein anderer, Thr**y, war. VW Passat Variant hatte ich schon im Januar bestellt. Angeboten wurden ein Fabia, ein Polo, ein Astra. Wie sollen 3 Personen, davon zwei weiblich, mit Gepäck in einem solchen Auto unterkommen? Nach einer halben Stunde hatte ich Glück. Ein VW Touran kehrte zurück, wurde schnell getankt und mir übergeben.

Nach obligatorischem Baustellen- und Pfingststau waren wir 3 Stunden später an Ort und Stelle. Der Freitagabend klang mit dem Rundum- Hallo an die alten Freunde und einem Glas Wein bestens aus. Ich hörte viel von Sonnenschein und in der Ostsee waten. Die Wetterprognose sagte Schlimmeres voraus.

Samstag morgen:
Fahrräder da. Sonne scheint. Los geht´s Richtung Kühlungsborn. Der Rummel ist ein bisschen abschreckend, wir fahren eine grosse Runde, essen im Leuchtturm Kühlungsborn. Im Hofladen Bastorf gibt´s allerlei vom Sanddorn. Die Wolken werden dunkler, wir beeilen uns. Der Regen erwischt uns voll. Die beiden E- Bike- Fahrer unter uns zeigen uns nur den Rücken, nachdem sie vorher mit uns mitgestrampelt sind. Bei 86 Höhenmetern in mehreren Auf- und- Abs waren wir nicht vorm Regen nass, als wir am Schloss wieder ankamen …

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Sonntag morgen:Es ist trocken. Gut so. Wir wollen mit dem Kutter um die Halbinsel Wustrow fahren. Die sehr ortskundige Führerin berichtet vom wechselvollen Schicksal der Halbinsel, vom herrschaftlichen Besitz über Sowjetarmee hin zum Streitobjekt zwischen Fundus- Gruppe und Gemeinde. Erstaunlich sind die Fischer, die im Wasser stehen. Es ist eiskalt.
Sonntagabend:
Kremser bestellt, wir fahren zum Strand. Eine freakige Stelle haben wir ausgewählt. War da früher ein WoMo- Platz, so ist seit vergangenem Jahr Camping verboten. Trotzdem ist jede menge los. Am Strand wird gezeltet oder unter freiem Himmel genächtigt. Viele Kinder sind da, WoMos aller Bauarten und -jahre, ein bißchen Hippie- Atmosphäre. Wir zünden unser Lagerfeuer am Strand an und bleiben nicht die Einzigen mit diesem Plan. Der Sonnenuntergang verschwindet hinter grauen, dicken Regenwolken, die jedoch noch ruhig sind. Freunde, Grill, Getränke, Lagerfeuer, Ostseestrand, Kuba- Zigarre— ja, kann es etwas Besseres geben?

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… die Reriker Heulbojen … Klingts noch? Klock 8, Achtern Strom? Ja, das Ensemble musiziert noch ….IMG_8223 Kopie

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… Sonnenuntergang war nicht mehr vorrätig, aber schön war´s trotzdem

Am Vormittag haben wir ein Boot geordert. Fahrt zur Halbinsel Wustrow ist angesagt. Wie sich zwei Partien über Jahre streiten können … Das Wirken der Fundus- Gruppe sehen wir am Folgetag noch in Heiligendamm.

Montag
Es regnet. Manchmal hört es auch auf.  Wir laufen von Kühlungsborn nach Heiligendamm. Wunderschön.

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… Raps überallIMG_8250 Kopie

… Warten auf den SommerIMG_8256 Kopie

… da trafen sich die Grossen der WeltIMG_8258 Kopie

… und hier und weiter hat sich jemand irgendwie schwer verrechnetIMG_8260 Kopie

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… irgendwie eine Schande. Erste Reihe, grossartige Bäderarchitektur- und weiter nichts.

Dienstag
Wir hängen ab, besuchen eine Freund in der Nähe.

Mittwoch
Wir reisen ab.

Disney World und die russischen Erfahrungen

2013/05/17 1 Kommentar

Von der Sowjetunion lernen heisst, siegen lernen- eine weitverbreitete Losung vor 25 Jahren, die verspottet, belächelt und kaum ernsthaft beachtet wurde. Die Amerikaner haben es auch getan, wie ich heute lese. FOCUS online schreibt heute:

… Ein Tag im US-Freizeitpark Disney World kann viel Zeit kosten – vor manchen Fahrgeschäften gibt es lange Wartezeiten. Doch die reichen Familien Manhattans wissen das offenbar zu umgehen: Sie mieten sich behinderte Begleiter, um eine Vorzugsbehandlung zu erhalten.

Im beliebten US-Freizeitpark Disney World sind lange Wartezeiten vor den Fahrgeschäften vorprogrammiert. Der Park selbst bietet zwar teure VIP-Touren an, durch die man schnelleren Zugang bekommt. Doch einigen Eltern ist selbst das offenbar nicht gut genug. Die US-Zeitung „New York Post“ enthüllte am Mittwoch (Ortszeit) eine angeblich unter reichen Familien verbreitete Praxis: Diese bezahlen einen behinderten Begleiter, der es der Gruppe ermöglicht, die Warteschlangen komplett zu umgehen…

HIER ist der volle Text.

… vielleicht sollte man den „reichen Familien Manhattans“ mal einen Tip geben, wie man sich einen Krankenwagen oder gar einen Streifenwagen mietet, um schnell durch den Stau zu kommen? Oder gleich ein paar Autos umfrisieren auf Notarzt- Design, wie in Moskau kürzlich entdeckt wurde? Für Zweifler gibt’s hier einen leider russischen Film. Wen wundert es dann, wenn im Stau den Erste- Hilfe- und Polzei- Fahrzeugen mit Blaulicht nur zögernd Platz gemacht wird…
Kategorien:Gelesen, Moskau, Verkehr Schlagwörter:

Einkauf

2013/05/11 4 Kommentare

Sonntagmorgen, wir müssen Lebensmittel und den Rest dazu einkaufen. Gut, dass in Moskau Lebensmittel zu vernünftigen Zeiten verkauft werden:
Auchan (Ashan auf russisch) Mo- Fr 8:30 – 23 Uhr, Sa 8 – 23 Uhr, So 8:30 – 22 Uhr
METRO Mo – So 24 Std (mit einer 10minütigen Kassenpause um Mitternacht)
Wenn OBI von Montag bis Sonntag 24 Std geöffnet hat (mit einer ebenfalls 10minütigen Kassenpause um Mitternacht), dann ist dies nur allzu verständlich. Alkohol wird allerdings nicht zwischen 22 und 8 Uhr verkauft.
Die Strassen sind frei, der Supermarkt auch.
Ein paar Eindrücke:

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… Versuch einer zusammengesetzten Aufnahme: das Wodka- Regal20130511_100224-1 Kopie

… Kasse 108- und alle sind besetzt20130511_100701-1 Kopie

… Bankautomaten, für jede bank einer, damit die Kunden die Gebühren sparen können20130511_100815 Kopie… Neben Auchan gibts den Herrenausstatter „Kanzler“. Unbekannt? Macht nichts, Hauptsache es klingt gut deutsch.

Um rd. 220 EUR leichter fahren wir wieder heim, ohne etwas Besonderes gekauft zu haben. Waschmittel und ein paar Weinschläuche sind ins Geld gegangen.

Daheim lese ich den aktuellen Bericht zum NSU- Prozess auf SPON. Sturm, Stahl und Heer heissen die Verteidiger der Beate Zschäpe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

Tarusa

2013/05/11 5 Kommentare

8. Mai, wir flüchten aus der Stadt. Ziel ist heute Tarusa. Ca. 140 km südlich von Moskau gelegen, im Kalugaer Gebiet, bekannt als Stadt der Künstler wegen des Sommersitzes von Svyatoslav Richter und der Schilderungen der Poetin Marina Zwetayeva.

Nach 3 Stunden Fahrt sind wir da. Im Hotel ist ab 18 Uhr Check- In. Dafür ist Check- out erst um 16 Uhr. Gut für die trinkfreudige Gemeinde, die dann noch auf Piste muss … Uns interessiert dies weniger, da wir die Stadt anschauen wollen und auch H. und K. treffen wollen. H. ist seit Mitte der Neunziger Jahre in Tarusa und professionell der schreibenden Zunft gehörig. K.´s Bauernhof interessierte mich ebenso. Leider können wir nicht dahin fahren, da die Wege durch den langen und schneereichen Winter noch unpassierbar seien.

Am Mittwoch machen wir einen langen Gang am Ufer der Oka entlang in die Stadt.

Am Donnerstag ist einer der Höhepunkte des russischen Jahres: Tag des Sieges. An der Rezeption hören wir, dass um 10 Uhr die Versammlung auf dem Leninplatz beginnt. Wir sind pünktlich da- und die Ersten. Die Veranstaltung beginnt erst um 11 Uhr, damit alle die Gelegenheit haben, die TV- Übertragung der Parade in Moskau zu verfolgen.

Nun gut. Über Tarsua fliegen einige Einheiten der Luftstreitkräfte hinweg.

Die Kundgebung beginnt am Denkmal für Gefallenen bewaffneter Auseinandersetzungen und der Toten von Tschernobyl. Danach bewegt sich der Zug zum Denkmal für General Efremov, der in Tarusa geboren wurde. Dem folgt der lange Zug durch die Stadt zum Denkmal für die Helden des 2. Weltkrieges. Die KP führt den Zug an.
Am Denkmal ist alles vorbereitet. Auch im nahen Park: Der Bereich für die Veteranen ist bereit, um sie wie üblich kostenfrei zu bewirten. Grills sind im Gang, Tische aufgebaut. Die meisten Tarusaer haben die Plätze schon eingenommen und geniessen den Tag bei Shashlyk und Wodka. Wir belassen es beim Shashlyk.

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Stadt sind wir am Hotel zurück. Mit dem Auto sind wir in rund 2 1/2 Stunden wieder daheim. Unterbrochen wurde die Fahrt nur durch einen Stau, verursacht durch einen tödlichen Unfall kurz vor Moskau, den wir zum Glück erst während der laufenden Bergungsarbeiten passieren mussten.

Tarusa? Besuchenswertes Städtchen.

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… Leninplatz, der zentrale Platz von TarusaIMG_8122-1 Kopie

… Blick aus Tarusa auf die alte KircheIMG_8131-1 Kopie

… Abendblick auf TarusaIMG_8143 Kopie

… dumm gelaufen: Der Elektriker wurde wohl vergessen, als die Türen eingebaut wurdenIMG_8150 Kopie

… 9. Mai: Die Antonov- Maschinen TU-95 über Tarusa, nach der Parade in Moskau (Danke an m1009 für den Hinweis! Hätte auch gleich googeln können …)IMG_8167 Kopie

… für die Ortschronik ein Foto mit VeteranenIMG_8180 Kopie

… Kommunisten voranIMG_8182 Kopie

… Kadetten folgenIMG_8189 Kopie

… Warten auf die Veteranen am AusschankIMG_8190 Kopie

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… VolksfestIMG_8197 Kopie

… Was geht mich das Fallrohr an, sagte sich der Gasinstallateur, und legte die neue Leitung IMG_8198 Kopie

… Blick auf TarusaIMG_8201 Kopie

… Dank an Oma und Opa für ihren grossen SiegIMG_8202 Kopie

… Auf Berlin! – vor ihm stand aber der Abschlepper, da der Nachwuchspanzer schon auf der M2 nicht mehr wollte

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