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Archive for April 2013

Russland eben

2013/04/30 2 Kommentare

Die Dauerbaustelle am Belorusski Vokzal, Weissrussischer Bahnhof, und Umgebung ist ja schon legendär. Darüber lohnt es sich nicht zu reden.

Heute muss ich zur Bank in die Troitskaya, einer Seitenstrasse des Olympiski Prospekt, direkt am Gartenring, Zentrum also. Der Winter hat die Kanalisation überfordert, vielleicht war sie aber auch schon ewig kaputt. Anderswo würden die Bagger arbeiten und eine neue Kanalisation bauen. Nicht in Moskau. Da wird eine Rohrhalbschale genommen und damit das gesamte Oberflächenwasser aus der höher gelegenen Strasse über den Gehweg in den Olympischen Prospekt geleitet.

Clever, oder?

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… von der Troitskaya aus nach unten geschaut 20130430_151206 Kopie

… am Fusse der Treppe 20130430_151222 Kopie

… und zwischen den Autos nochmals nach oben geschaut

… jaja, dies ist die vielgerühmte Fähigkeit zur Improvisation … Oder doch eher die Gleichgültigkeit, dass Pfusch auch hilft???

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Kategorien:Architektur, Moskau

S E L F M A D E

2013/04/29 4 Kommentare

Ich weiss, dass ich nicht mehr sehr jung bin. Ziemlich alt sogar bin ich geworden.

Ich sitze am Donnerstagabend in der Lounge von VKO. Mit Lufthansa- Senatoren- Lounge hat das rein gar nichts zu tun. Es sei denn, jemand glaubt, dass ein paar Flaschen Bier, runde gebogene Sandwiches und ein paar Presspanwände eine Lounge für Vielreisende ausmachen. Macht nichts, sagt der geschulte Reisende. Immer noch besser, als unten auf den kalten Stahlhockern die Zeit tot zu schlagen.

Ich nehme einen jungen Burschen in der Lounge wahr. Asymmetrische Frisur, hinten kurz mit Ethno- Zeichnungen einrasiert, vorne eher lang. Spindeldürr. Gekleidet in enge Jeans, grün. Mode eben. Hat zwei Flaschen Bier vor sich stehen, aus denen er wechselseitig trinkt. Mit dem iPad ist der mächtig zu Gange. Sei es zum Surfen, sei es zum Telefonieren auf Russisch. Die Zahnlücke rechts oben zeigt er auch nur dann.

Was er hingegen zeigen muss, sind seine Tattoos: Bis zum Haaransatz den Hals hinauf gehen sie, über den Handrücken ebenfalls. Auf den Fingern der einen Hand steht in ungelenken Buchstaben SELF, auf der anderen Hand steht MADE. Er verlässt die Business- Lounge mit dem Aufruf des Fluges nach Tel Aviv.

Wie unglücklich muss man sein, um sich derart zu verzieren? In welchen Zwiespalt muss einer geraten, um sich so von seiner Umwelt abheben zu wollen?

… aber vielleicht bin ich auch schon zu alt und verstehe das nicht mehr richtig.

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:

Ab geht´s wieder

Hatte ich erwähnt, dass ich mir bei der Beachparty, barfuss gegen ein Tischbein rennend, den vorletzten Zeh rechts gebrochen hatte? Am zweiten tag der bauma? Der junge Nachtschichtarzt hatte Humor, als er mir zwei Nächte später in der Uniklinik München empfahl, das Bein hochzulegen und mich von Ehefrau oder Sekretärin verwöhnen zu lassen …

Mittwoch nach Moskau, Katzentoilette nachschauen, Koffer wechseln. Donnerstagmorgen ins Büro, – nacht ab Vnukovo mit Europas Bester Airline über Istanbul nach Ashgabat. Die Moskauer Strassen sind zu. Wir brauchen 3 Stunden für den Weg. Die Flughafenleute können sich nicht einigen, ob die Passagiere mit dem Bus auf das Vorfeld zur Maschine fahren sollen oder die Maschine an den Rüssel heranfährt. Wir starten mit Verspätung und kommen um 45 Minuten zu spät in Istanbul an.
Für Transit hat IST immer den Leckerbissen der zusätzlichen Sicherheitskontrolle ohne Fast Track für Gold-, Business- oder Short Transfer- Passagiere bereit, dafür aber jede Menge älterer/ betagter Reisender auf Pilgerfahrt. Ich kann den rechten Fuss nicht ordentlich abrollen, hinke deshalb und bin nicht sehr schnell.
Egal, ich komme durch und fliege nach ASB. Morgens um 6:30 komme ich an. Eine Stunde später habe ich das Gepäck und bin raus aus dem Gebäude.

Ich habe sofort Termine. Bis zum Sonntagabend geht es so weiter. Ein bisschen darf ich mal Luft holen am Sonntag, aber auch der ist gespickt mit Terminen.

Am Montagmorgen fliege ich dieselbe Route zurück nach Moskau.

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… am Morgen20130429_091057 Kopie

… Kaukasus, zwischen Azerbaijan und Georgien

Und nun? Maifeiertage, ab übermorgen bis zum 12. Mai ist nur schaumgedämpftes, drehzahlreduziertes Reagieren in Russland angesagt.

Kategorien:Airlines, Russland

Lufthansa nach Berlin

Samstag bekomme ich eine sms von Lufthansa, dass am Montag leider mit Einschränkungen zu rechnen sei. Näheres auf der Webseite. Da steht auch nur, dass man nichts Genaues weiss.Ich jedoch weiss, dass ich am Montagmittag um 13:30 mich registrieren lassen muss für die Teilnahme an der Konferenz zu Zentralasien in Berlin. Also buche ich mir schnell ein Schlafwagenbett für Sonntagabend von München nach Berlin.

Ausgestattet mit 2 Büchsen überteuerten Bahnhofsbiers, (ja, ich lebe in Russland) begebe ich mich pünktlich zum Zug. Alles perfekt. Ein wenig eng isses schon. Der Nachbar meint was von U- Boot- Gefühl. Aber was soll´s? Ohne Stress runde 9 Stunden nach Berlin zu schaukeln ist auch nicht schlecht. Die Kabine ist wenigstens Single, sodass niemand mein Schnarchen ertragen muss.
Wir kommen pünktlich an. Ich nehme ein Taxi zum Hotel. Das Zimmer ist auch bezugsfertig. Duschen, eine Stunde Schlaf, zum Mittag meine beiden grossen Töchter treffen. Was will ich mehr?
Liebe Lufthansa/ Verdi/ – usw- Streiker, macht weiter so. Es gibt immer Ersatz. Runde 5 % Lohnerhöhung sind ganz schön straff in der heutigen Zeit. Aber streikt ruhig. Die Anderen warten darauf.

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… so lernt man sogar im Schlaf Englisch:
„… und dann tief und lange schlafen.“ heisst richtig „… then go to sleep for a long time.“
… steht am Kopfende meines Hotelbetts. Weshalb der Germanist/ Anglist hier nun das for a long time in ein tief und lange übersetzt hat, werden wohl nur Menschen wissen, die das Sprachgefühl im Bauch, weniger im Kopf haben …

In Berlin gibts wieder eine Demo, diesmal der Berliner Spree- Kapitäne.

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Am Mittwoch darf ich endlich nach Hause.

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… Moskau im Anflug auf VKO

Kategorien:Airlines, Deutschland

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Sonntagmorgen.

Dafür steige ich gerne um 03:30 in ein Taxi, um von meiner Wohnung zum Flughafen zu fahren.
Dafür steige ich gerne in ein Flugzeug um 05:50 ab DME.

bauma2013.

Es ist DIE Baumaschinenmesse. Sie findet jedes dritte Jahr in München statt und ist wohl einer der Höhepunkte im Leben eines jeden, der mit Baumaschinen lebt, mit ihnen Geld verdient oder sie einfach liebt.

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… Blick aus dem extrem überbezahlten Hotelzimmer

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… ein fernöstliches Meisterstück. Es sollte wohl eine Pflasterverlegemaschine werden, nur bei den Rädern hatte der Konstrukteur etwas anderes im Sinn. Denke ich.

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… ein Blick von oben

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… und noch einer, von ganz oben und schön rundum mit dem gerade heruntergeladenen Panorama App von Sony (für Android)

Eine Woche lang

– Kunden, Freunde, Partner, Kollegen aus früheren Stationen getroffen
– neue Kontakte geknüpft, alte aufgefrischt
– viele Visitenkarten ausgeteilt und erhalten
– am Abend zu viel gegessen und auch getrunken, was im Augustinerkeller, Hofbräuhaus, der Wirtschaft in Hotelnähe oder während der Abendveranstaltungen auch keine grosse Kunst darstellte
– am Morgen zu früh aufgestanden, um oberpünktlich auf dem Stand zu sein

Es war einfach gut. Und als am Sonntag um 16:30 die Hupen der Baumaschinen tönten, wir mit einer Maschine eine Ehrenrunde drehten (nur für authorisiertes Personal 😉 )- da haben sich wohl alle schon auf 2016 gefreut, wenn es wieder heisst- in welchem Hotel bist du zur bauma, wann sehen wir uns, plane einen Abend wenigstens für mich ein ….

Kategorien:Deutschland Schlagwörter:

Moskau, Koffer wechseln

Das war kurz! SU1853 GYD SVO (Baku Moskau) startet um 0610. Checkout aus dem Hotel hatte ich schon am Vorabend erledigt. Fahrt zum Airport und der Rest bis zum Erreichen der annähernden Flughöhe verschwinden in der morgendlichen Dämmerung.
Um 0815 lande ich planmässig, sehr schnell bin ich auf der Strasse und im Taxi.

Daheim wartet meine Beste mit einem Tee und den Neuigkeiten der Woche auf mich. Es ist einiges zu tun an diesem zu kurzen Wochenende.

Die Unicreditbank stellt sich, wie wohl alle Moskauer Banken, sehr schwer an, wenn ein Ausländer eine Kreditkarte haben will. Debitkarten sind kein Problem. Für Kreditkarten werden Dokumente in Menge verlangt, von Gehaltsbescheinigung (obwohl Kunde seit 2005) bis zu notariell beglaubigter Übersetzung des Passes. Vom Aids- Test nehmen sie (noch) Abstand ….
Ich werde alles los und sogar recht nett bedient.
Da bereits Mittagszeit ist, testen wir das neue georgische Restaurant nahe Belorusski Vokzal. Sehr gut. Daneben schauen wir uns das kürzlich eröffnete Schachtel- Hotel an:

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Der SPIEGEL hat auch schon seine Werung abgeliefert HIER
Mein persönliches Fazit: Warum nicht? Sehr gut gelegen, nicht teuer, und sogar ein Familienzimmer gibt es. Mehr braucht man nicht für einen Stadterkundungsurlaub.

Am Abend das unvermeidliche Kofferpacken. Die Nacht wird kurz.

Kategorien:Moskau Schlagwörter: ,

Baku

Freitagmorgen schnell einen Tee in der Hotelbar genommen, ab zum Flughafen. Baku.

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… Anflug auf Baku

Ankunft pünktlich, Abfertigung korrekt und schnell, mit dem Auto ins Hotel- so soll es sein. Der Nachmittag ist gut geplant mit Kundenbesuch und – treffen. Am Abend gibt es traditionellen Jazz, Mugham. Ich warte immer auf den Moment, an dem die/ der Sänger/ in mal den Mund aufmachen und den vollen Ton raus lassen. Es kommt nicht dazu. So ganz kann ich mich mit dem Falsett- artigen Gesang nicht anfreunden.

Kurze Nacht.

Kategorien:Azerbaijan, Baku Schlagwörter: