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Archive for Januar 2013

Citiezn, Ceitizn oder wie?

2013/01/27 4 Kommentare

… sahen wir auf der bauma Shanghai noch einen grossen Muldenkipper mit einem falsch geschriebenen Markennamen auf dem SANY- Stand

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so erfreute ich mich jüngst an einem Taschenrechner der Firma Citiezn

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… kann doch mal passieren beim schöpferischen Nachbau.

Gerechnet hat er trotzdem richtig, ebenso, wie wahrscheinlich der falsche Markenname nichts an der Beladung und Fortbewegung des Mining Trucks ändern wird.

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Kategorien:China, Marken Schlagwörter: , , ,

Helden sterben früh,

dachten sich die beiden Arbeiter auf dem Dach heute wahrscheinlich. Sie hatten zwar ein Sicherheitsgeschirr um, das aber nirgendwo befestigt war.

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… der Fussweg wurde aber gut abgesichert. Russland eben.

Kategorien:Moskau Schlagwörter:

Pause vom Winter

2013/01/26 4 Kommentare

Dienstagabend geht´s schnell nach Ashgabat, über Istanbul mit Europas Bester Airline. Naja, das eingesetzte Fluggerät auf der zweiten Etappe hat nicht an der Bewertung teilgenommen. Ausgesessene Sessel, kaum klapp- oder umlegbar … Was soll´s, ich muss dahin.

Zwei Tage in Ashgabat: Arbeit und wärmere Temperaturen geniessen. Am ersten Abend gehts zum Shashlyk- Cafe. Den Platz muss ich noch finden, wo es besseres Fleisch und bessere Marinaden gibt als Ashgabat. Mit den alten Freunden verbringen wir eine gute Zeit. Um 11 Uhr werden wir daran erinnert, dass nun endgültig Schluss sei. Ich trolle mich ins Hotel. Gut für den kommenden Arbeitstag!

Am Freitagmorgen fliege ich die gleiche Route zurück. Und siehe da, IST VKO wird mit einer fast neuen 737 bedient. Es geht doch.

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… Anflug auf IstanbulIMG_7945-11

…. Anflug auf Moskau

Minus 13 Grad erwarten mich. Winter eben- so muss Moskau sein.

Montagmorgen

2013/01/21 3 Kommentare

Moskau stand im 9er Stau

Es schneit seit Donnerstag, unterbrochen zwar ab und an für eine Stunde oder wechseln von dünn auf dicht.
Am Morgen das Bild vor dem Haus.

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Moskau schläft nie, eigentlich. Real startet die Masse der Menschen um 9 Uhr in Büros und Einrichtungen. Ich verlasse deshalb immer um halb Acht das Haus, um noch vor allen Anderen unterwegs gewesen zu sein. Um 8 Uhr habe ich noch eine Stunde Zeit, bis der Rest der Kollegen beginnt einzutreffen.

An diesem Morgen ist es noch etwas Schlimmer.

Zuerst einmal ist nach altem Kalender die Reihe von Feiertagen beendet.
Arbeitsfrei war ab 31. Dezember, erster Arbeitstag war der 9. Januar.
Am 13./ 14. Januar wurde das Alte Neue Jahr gefeiert.
Am 19. Januar ist Tag der Taufe Christi, das häufig durch Baden im Eisloch begangen wird. Damit sollen die Sünden abgewaschen werden.

Dann ist Montag. Es ist der Tag, an dem noch mehr Leute als sonst keine Lust auf Metro fahren haben oder bis zur letzten Minute daheim bleiben oder von ihren Datschen und Häusern in die Stadt zurückkehren.

Zu guter Letzt ist Winter. Der Schneefall hat nach 8 Uhr zu einem Chaos in der Stadt geführt. 9 von 10 möglichen Staustufen sind erreicht, der Status lautet: Stadt steht. Ich hatte Glück und war innerhalb von 20 Minuten im Büro.

Kategorien:Auto, Jahreszeiten, Moskau Schlagwörter: ,

Depardieren

2013/01/13 4 Kommentare

Ein wenig verwundert habe ich mir schon die Augen gerieben, als ich die schnelle Einbürgerung Depardieus verfolgte. Er sei schliesslich in allen Fernsehern zu Hause, somit ein wahrer Weltbürger, las ich irgendwo. Deshalb wohl wurde die präsidiale Entscheidung getroffen, Depardieu einen russischen Pass auszuhändigen, obwohl
– die andere Staatsbürgerschaft noch nicht abgegeben hatte und zusätzlich noch bestrebt ist, die belgische zu erwerben,
– er weder lange in Russland gewohnt noch den üblichen langwierigen Weg über befristete und vollständige Aufenthaltsgenehmigung sowie folgende Wartejahre durchlaufen hat.

/ Um die erste Stufe, die befristete Aufenthaltsgenehmigung, zu beenden, müsste ich für 6 Monate mindestens vor jeder Ausreise eine Genehmigung einholen. Bei meinem Flugplan schlichtweg eine Unmöglichkeit./

 

Die russische Sprache ist lebendig und assimiliert gerne Begriffe.  So wurde ein neues Wort geboren: depardieren (ich depardiere, du depardierst, usw). Was das heisst, wird z.B. HIER erklärt:
… переехать жить в Россию, получить российское гражданство/ nach Russland dauerhaft übersiedeln, die russische Staatsbürgerschaft erhalten …

Eine Sprache lebt, wenn sie sich verändert. Gaucken, hartzen sind zB Wörter, die einem Ausländer schwer zu erklären sind.

Andere eingebürgerte Begriffe im Russischen

aus dem Deutschen kommen gern Worte aus dem Militär oder der Erziehung, zB Shtraff (Strafe), Shlagbaum, Blitzkrieg,
aus dem Französischen kam zB Shantash (le chantage= Erpressung), oder shanatashirovat (erpressen)
aus dem Englischen stammen jede menge Wörter der Neuzeit, IT- Slang, zB ei-tie-shnik (IT- Fachmann), feierwol (firewall), aber auch Babl (Bubble, dicker Mensch), fack (fuck), baksy (bucks, US- Dollar), relaksaciya (relaxation, Entspannung)

 

… nun werden wir sehen, ob vielleicht noch die russischen Steuergesetze für den französischen Leinwandhelden geändert werden. Denn ein Pass nützt gar nichts, wenn der Inhaber nicht die notwendigen Tage im Land verbringt. In Russland sind dies mindestens 183 Tage, die das Finanzamt penibelst prüft, um in den Genuss der 13%igen pauschalen Einkommenssteuer zu kommen. Erst dann wird der Depardierte auch zu einem wirklichen Steuer- Russen…

Kategorien:Russland Schlagwörter: ,

Flugangst

2013/01/13 2 Kommentare
Den letzten Flug des vergangenen Jahres und den ersten Flug des neuen Jahres hatte ich mit V7 (oder wie auch immer sie heissen mag) zu bewältigen.

Ich kenne keine Flugangst.
Ich betrinke mich nicht vor und während des Fluges, um den Schrecken eines möglichen Absturzes mit leichtem Fuss entgegen zu sehen.
Ich umgehe jeden Ganzkörperscanner und lasse mich lieber von hübschen Russinnen und ihren Schwestern (eher angenehm) oder von behandschuhten Männerhänden (sehr unangenehm) untersuchen.
Ich steige auch nicht auf Auto oder Bahn um, um den Transfer von A nach B auf dem Land zu vollziehen.
Ich wähle nur gerne jene Airlines, die nicht durch Katastrophen aufgefallen oder auf der Schwarzen Liste aufgeführt sind.

Aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden, eine weniger bekannte Fluglinie zu nutzen.
Manche Routen sind unattraktiv für eine grosse Gesellschaft. Manchmal nutzen die Grossen auch die Gelegenheit, unverschämte Preise für ihre Tickets zu fordern.

Im Dezember hatte ich die Wahl zwischen 5 Stunden Verspätung und Warten auf Stahlbänken oder Gleich Fliegen. Ich wählte Letzteres. Das Flugzeug bestieg ich über die zweite Treppe. Die erste Treppe war nicht begehbar, weil ebenso wie der gesamte Flughafen mit klarem Eis überzogen. Also hatte man einen Teppich über die zweite Gangway gerollt, womit sie begehbar wurde.
Dann wartete ich auf die Enteisung der Maschine. Sie hatte immerhin schon eine Nacht draussen gestanden und war somit auch in den Blitzeis- Niederschlag gekommen.
Nichts passierte.
Das Flugzeug startete durch, nachdem der Pilot die Landeklappen an den Tragflächen einmal nach oben und unten geprüft hatte. Zum Glück kamen wir gut an im tiefgefrorenen Moskau.

Gleich nach dem Neujahr flog ich wieder mit dieser Airline. Die grossen Airlines wollten ab 1000 EUR pro Ticket.
Mein Platz war über den Tragflächen. Sie schimmerten silbern unter dem Eisbezug, als ich verunsichert auf dem Flughafen nach aussen schaute.
Andere Flugzeuge wurden enteist. Wir warteten auch.
Nichts passierte.
Und wieder klapperte der Pilot nur mit den Klappen und- startete durch. Wahre Helden sterben früh.

Braucht eine 737 keine Enteisung?
Oder ist die Chemikalie so teuer, dass die Verantwortlichen der Airlinie lieber auf Gott hoffen als etwas zu tun?

Wie froh war ich, als ich auf dem Rückflug nach Moskau in ein sonnen beschienenes Flugzeug steigen durfte.

Ich weiss, dass ich in 2013 nicht wieder mit dieser Airline fliegen werde. Andere müssen.

Kategorien:Airlines Schlagwörter: ,