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Archive for Juni 2012

Gelesen: Keith Richards: Life

Von der Leiter in der Bibliothek gefallen war er, als ich Karten für das Berliner Konzert der Stones hatte.
Danach fiel er mal von einer Palme.
Danach war er als Piratenvater im Film mit Johnny Depp zu sehen.

Angie, Jumpin´ Jack Flash, Let´s Spend The Night Together- ja, das ist Musik.
Die Autobiographie gibt tiefe Einblicke in die Musik, die Gruppe. Für mich vor allem ist es die Beschreibung einer unglaublichen Musiker- und Drogenkarriere. Wankelmütigen, Gefährdeten und Unsicheren sei dieses Buch keinesfalls empfohlen!

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Dresden

Damit keine Langeweile aufkommt, nehme ich am Freitag den Abendflug ab Domodedovo, DME, über Frankfurt/M, FRA, nach Dresden, DRS. Naja, so ganz grundlos ist die Reise nicht:
Ich habe eine Menge Baumaterial bestellt, das nach Moskau muss. Schalter, Steckdosen samt Rahmen (für Kenner: Gira E2), eine kleine Duschwanne samt Einbaurahmen (Kaldewei Superplan XXL), Badlampe (120 cm lang), Türschlösser und Fenstergriffe (Hoppe, Edelstahl matt).

Warum macht man sowas?
Alle diese Materialien sind auch in Moskau erhältlich. -zig Internetshops bieten alles an. Besser: sie gaukeln vor, dass alles erhältlich sein könnte. Real ist gar nichts da ausser ein paar bunten Webseiten, manchmal auch Ausstellungsräumen, Kontaktdaten und netten Leuten. Sie bestellen die Ware erst nach meist 100%iger Vorauszahlung. Die Bestellung wird einer Sammelbestellung zugeordnet. Sobald eine LKW- Ladung voll ist, wird sie auf die Reise geschickt. Alles in Allem dauert dies ungefähr 3 Monate. Die Preise für europäische Ware müssen diesen Aufwand wieder hereinholen. So kostet eine Steckdose Gira E2 (GIRA 018827), System 55, reinweiss matt, EUR 2,47 im deutschen Onlinehandel. In Moskau sind EUR 5,81 fällig. Und eine Wohnung hat viele Steckdosen für Elektro, Netzwerk, Audio, dazu noch Schalter verschiedener Art, die alle einen Rahmen brauchen …

Den Sieg der deutschen Nationalmannschaft habe ich verflogen, der Pilot hielt die Passagiere informiert und bei Stimmung.
Am Samstag morgen gehe ich zum Bäcker, erfreue mich an den geschmückten Autos.

Ein Baumarkt muss sein. Mit einer weiteren Lampe für das Badezimmer und einem Satz Spiegelsocken in Deutschlandfarbe vervollständige ich das Gepäck.
Es ist herrliches Wetter. Ich fahre nach Moritzburg. Das Schloss ist gerüstfrei, was extrem selten ist. Ein schöner Anblick, oder?

Am Sonntagmorgen bin ich zu früh wach. Irgendwie drückt der Zeitunterschied. Auch gut, gehe ich zum Bäcker, Brötchen holen.

Ich verlange Brötchen, Semmeln.
Ossi oder Wessi, lautet die Gegenfrage.
???? ist mein Gesichtsausdruck, vermutlich. Was geht meine Herkunft die Bäckereiverkäuferin an?
Welche Semmeln wolln´se denn nu hab´n?
Ich verlange Ossis, da wir im Osten sind.
Beim Bezahlen frage ich nach dem Unterschied. Die Wessis genannten Brötchen sind die luftigen, die innen nichts haben. Die Ossis genannten sind aus dichterem Hefeteig, eben so, wie sie während der DDR- Zeit Standard waren und viel besser schmecken.

… schöne Sandstein- Zaunsäule, irgendwo am Strassenrand

Am frühen Nachmittag mache ich mich wieder auf den Weg. Die Lufthansa hat die Gebühren ein wenig erhöht für Übergepäck, was mich aber nicht weiter stört. Gut verpackt und mit Klebenband gesichert, liefere ich alles ab am Sperrgutschalter. Dresden- München- Moskau, die Wartezeit in München ist schnell vorbei.

Nachts um 2 Uhr 30 bin ich in DME. Mein Gepäck kommt, alles komplett, nichts beschädigt oder geöffnet. Schnell bin ich auf dem Parkplatz, fahre durch die erwachende Stadt nach Hause.

… Blick auf Kreml

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Dushanbe

Montagabend, ich muss am Dienstag 15 Uhr in Dushanbe sein.
Der Ticketkauf gestaltet sich nicht so leicht. Entweder Airlines, die mir nicht so liegen, oder grosse Umwege, oder nichts. Ich muss jedoch hin.
23:05, den Flug kenne ich gut, Air Astana, SVO nach ALA. Es geht durch die Nacht.

… kurz vor dem Start

… Leningradskoye, stadteinwärts, nach 23 Uhr

… es sind 4 Tage bis zur Mittsommernacht

Zwischenlandung in Almaty. Zähneputzen in der Flughafentoilette, anschliessend ins Cafe fürs Frühstück, um die reichlich 3 Stunden zu überbrücken. Um 10 Uhr Abflug mit Air Astana nach Dushanbe.

… Pamir. Der Flug geht in grossem Bogen um die Berge herum.

… das Hotel Tajikistan

Ein Blick zurück ins Jahr 2002, März. Ich flog zum ersten Mal hierher. Das Land hatte einen grausamen Bürgerkrieg hinter sich gebracht, noch immer waren die Spuren zu sehen, zu hören und zu spüren. Nach 20 Uhr sollte man nicht auf die Strasse gehen. In den Büros gab es keine Heizung, Sekretärinnen arbeiteten im Mantel und mit Handschuhen an ihren Computern. An der Tür der deutschen Botschaft hing ein Anschlag, an welchen Tagen, zu welchen Zeiten Lebensmittelspenden abgeholt werden können.
Im Herbst 2001 hatte der Krieg in Afghanistan begonnen. Tajikistan spielte eine wichtige Rolle, sowohl für helfende NGO’s als auch als Basis für die militärischen Aktionen.
Ich wohnte damals auch in diesem Hotel, das völlig unrenoviert war. Alles war so, wie es Intourist dereinst bestellt hatte. Die Lobby und das kleine Restaurant waren gefüllt mit den Volontären und Offiziellen der internationalen Hilfsorganisationen, die in Massen nach Afghanistan gingen. So lernte ich eine Reihe interessanter Menschen kennen.
Heute ist das Hotel komplett renoviert, erweitert, modern, perfekt, mit allen Annehmlichkeiten, die ein Reisender brauchen könnte.

… Hotelfensterblick

Am Abend treffe ich meinen alten Freund W. Wir haben ein gutes Shashlyk, erzählen uns alte Geschichten und schmieden Pläne für neue Reisen.

Am nächsten Morgen, vor der Abfahrt zum Flughafen, gehe ich noch ein paar Schritte entlang der Rudaki- Strasse.

… Rudaki- Strasse, im Stadtzentrum

… Internationaler Flughafen Dushanbe. Der Neubau ist im Gang. Dieser hier hat noch den Charme alter sowjetischer Luftbahnhöfe, AeroVokzal, aus einer Zeit, in der Fliegen gleichgestellt war mit Bus fahren. Die Abfertigung schnell und sehr zuvorkommend. Während des Wartens fliegt ein Transporter in Grau herein.

… ja, damals, 2002, waren diese Maschinen in Grau beinahe Standard, ergänzt durch weisse Flugzeuge ohne Airline- Bezeichnungen …

Auf dem Flug nach Almaty überqueren wir wieder das Fergana- Tal in Uzbekistan. Der Wechsel zwischen fruchtbarem und intensiv bewirtschaftetem Grünland und Steppe/ Wüste ist von oben gut zu sehen.

Ich bin am Abend, 22 Uhr, Mittag wieder in Moskau, ab nach Hause. Wieder daheim, für 2 Nächte.

Zeitungsschau in Almaty

Almaty, 14:15 Ankunft, 19:05 Abflug, wieder im selben Cafe, wo es Tee und WLAN gibt.
Für Suchende: Abflugebene, am rechten Ende der Etage, gibt es das grössere Restaurant mit Speisekarte und gleich links daneben das Cafe. Steckdose ist hinten rechts an der Holzvertäfelung, die Kellnerin stellt auch den TV- Ton leiser, wenn man sie nett bittet.

Ich erledige  die aufgelaufene Arbeit, alle mails, leere den Postkasten, da der Exchange- Ordner Überfüllung meldet. Dann ein wenig Nachrichtenstudium, nach 17 Uhr natürlich …
Zu meinen Gewohnheiten gehört auch das Überfliegen der Online- Ausgabe der Bild- Zeitung. Wie sonst erfahre ich den letzten Trash der Nation?
In Almaty herrschen strenge Regeln:

… Tja, Pech gehabt, Lingerie/ Bikini/ Nudity sind schlechte Tags für das Flughafen- WLAN …

Kategorien:Almaty, Gelesen Schlagwörter:

Stufenheck zu Hatchback …

Samstagmorgen, 9 Uhr 40, Tverskaya stadtauswärts, Leningradskoye stadteinwärts, es wurden lange Staus vermeldet.
Ich muss los, will zum Baumarkt fahren, und deshalb mitten in diesen Stau.
Ein Baggerlader fährt voraus. Der kann nicht der Verursacher sein.
Die stadteinwärts führenden Spuren sind übersät mit Plastik- Kleinmüll, ein Landcruiser steht, flankiert von Polizei, und blockiert schon mal zwei Spuren. Ungefähr 80 m weiter ist grosses Schieben angesagt, ein Hindernis ist zu umfahren. Jede Menge Polizei ist auch da. Als ich da bin, sehe ich das Malheur:
Mehrere Autos sind beschädigt, stehen auf der stadteinwärts führenden Spur. Es scheint wenigstens keinen Personenschaden gegeben zu haben, Krankenwagen sind nicht zu sehen. Überall liegen Plastik-, Glas- und Metallteile.
Auf der stadtauswärts führenden Seite ein Haufen Schrott.

Mit wieviel Feuer muss der Gegner und/ oder der Fahrer dieses Autos unterwegs gewesen sein, um den Kofferraum komplett zum Hatchback zu verkürzen?
Wir sind hier im Zentrum von Moskau. Regulär sind 60 km/h gestattet, real schwimmt man mit 80- 100 km/h mit, wenn´s läuft, ansonsten eben 10 km/h im Stau. Es ist Samstagmorgen, kein Berufsverkehr, kein Stress, keine Eile, zum Glück niemand an der Bushaltestelle. Wozu also?
Hinter der Brücke, 100 m weiter, geben alle wieder Gas, um die verlorenen Minuten aufzuholen.

Kategorien:Auto, Moskau, Verkehr

Nachlese: Toskana- Woche mit der Harinezumi

Der Feiertag ist verregnet, schlimmer, knalliger Sonnenschein wechselt sich ab mit schweren Gewittern. Da bleibe ich besser daheim. Und schaue, welche Bilder sich angesammelt haben. Jüngst wurde ich wieder nach Bildern mit der kleinen Spielzeugkamera gefragt.

Voilá

… Siena, Piazza del Campo

… ebenda

… Regen in den Gassen von Siena

… Toskana- Blick, von unserer Terrasse aus

… und aus dem Fenster der Ferienwohnung

… Florenz

… auch Florenz

… mitten im Touristenzentrum ein kleiner Haushalt- und Kramladen

… Farbspiele

… die Brücke

… viele Kilometer weiter nördlich, Achensee bei Pertisau

… nochmal der See

… schon lange ist hier kein Gast mehr ein- und ausgegangen

… Alpenidylle

… nochmals viele Stunden Autofahrt später: Marx- Engels- Denkmal in Berlin, im Volk auch Sakko und Jaketti genannt

… Rotes Rathaus in Berlin

… Berlin als Dauerbaustelle- hier am Potsdamer Platz

 

 

Kategorien:Digitalfoto LowFi, Harinezumi, Reise Schlagwörter: , , ,

Russlands Feiertag

Heute ist wieder ein Feiertag. Niemand kann so recht sagen, wie er wirklich heisst- Tag der nationalen Einheit, Tag der Verfassung, Tag Russlands. Auf den Strassen tauchen Poster mit diesen Bezeichnungen auf, die russische Suchmaschinen Yandex bringt Tag Russlands. Der Anlass für diesen Feiertag geht auf den 12. Juni 1990 zurück, als die Deklaration über die staatliche Unabhängigkeit angenommen wurde, und auf den 12. Juni 1991, an dem zum ersten Mal in der russischen Geschichte direkte Präsidentschaftswahlen stattfanden. Im Jahr 2002 erhielt der Feiertag seine Bezeichnung.

Montag war Brückentag. Nicht individuell oder im jeweiligen Unternehmen wird dies gelöst, sondern gesamtstaatlich. Am Samstag wurde gearbeitet, damit der gestrige Montag frei wurde.

Ich nutze den Tag für den längst fälligen Marsch von der wieder eröffneten Metrostation Park Kultury durch den Gorki- Park, am Moskva- Ufer entlang zur Metrostation Vorobyevyie Gory (Sperlingsberge).
Der Gorki- Park ist sichtbar verbessert worden. Die Wege sind frisch asphaltiert, Grünanlagen instandge-, Fahrbetriebe und Karussells versetzt, neue Restaurant- und Imbiss- Gebäude eröffnet. Fahrradausleihe sind überall entsprechend markierte Wege geschaffen. Der leicht verlotterte Eindruck ist beseitigt. Eintrittsgeld wird nicht erhoben, dementsprechend voll war es am Montag.
Die Bewirtschaftung, besser: Administration, erstreckt sich bis auf den angrenzenden Neskuchny Sad, den wunderschönen Park entlang der Moskva.

… Eingangstor zum Gorki- Park

… am Ufer

 

… Verteidigungsministerium, ein wunderschöner Bau am Moskva- Ufer

… ein bißchen bearbeitet- und schon haben wir die Wirkung einer sowjetischen Postkarte

… Luzhniki- Stadion und Universität

… darf nicht fehlen an einem heissen Sommertag: Moskauer Eis- auch wenn es UdSSR heisst

 

Kategorien:Gorki- Park, Moskau