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Archive for Februar 2012

Jobs gibts …

2012/02/28 4 Kommentare

Den Blick aus meinem Bürofenster habe ich ja schon mehrfach zum Besten gegeben, hier und hier.
Heute wurde ich wieder Zeuge eines Schauspiels auf dem gegenüberliegenden Blechdach.
DerKünstler marschierte erst auf dem glatten Blechdach, Frost, Eis, ohne Balancestange, entlang. Dann befestigte er sein Sicherungsseil am Dachfirst, wickelte es sich um die Hüfte- und ab gings. Schnee muss vom Dach runter, lautete sein Auftrag. Und den führte er aus.

… eigentlich nicht verwunderlich, dass die Lebenserwartung der männlichen russischen Bevölkerung nicht gerade hoch ist …

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Lyube live

Ich hatte die allerorten angeklebten Plakate schon lange studiert. Abgeschreckt hatte mich die lange Anfahrt zur Krokus City Hall, draussen am MKAD. Die Metro braucht eine gute Stunde bis dahin.
Am Abend vorher ruft ein alter Freund an, zu Besuch in Moskau. Das war der Anlass, den ich brauchte: Nikolay Rastorguev feiert seinen 55. Geburtstag mit seiner Gruppe Lyube.

Wir fanden die richtige Metrolinie, marschierten zur richtigen Halle. In der Garderobe das übliche Bild bei den Lyube- Konzerten: aufgehübschte Damen an der Seite von meist übergewichtigen Männern im Anzug, mit und ohne Krawatte, häufig auch nur mit schwarzem T- Shirt, kahl rasiert oder mit Bürstenschnitt, viele Uniformen.

Rastorguev tritt schon lange nicht mehr in Militärklamotten auf, er ist zum schwarzen Anzug mit weissem Hemd konvertiert. Viel besser sah er gestern aus als in den Jahren zuvor.
Das Programm bestand im wesentlichen aus den Hits der Gruppe. Gratulanten waren nicht allzu viele erschienen, die üblichen Verdächtigen wie Fabrika und Ivanushki International, Alfa, Igor Matveenko, dazu noch die Mobilen Blondinen, ein stimmgewaltiger Männer- Chor aus einem Kloster. Am Ende gab´s mit Atas wieder DIE Nummer zum Mitmachen.

Nationale Musik? Eher Heimatliebe, sehr russische Musik, hier Estrade genannt.

… mal Reinhören?

Von der Volga bis zum Yenisey- Ot volgo Do Yeniseya

Alte Freunde- Staryie Druzya

Atas (unübersetzbarer tatarischer Schlachtruf)

… die Blondinen vom Dienst

… wie wurde ich gewarnt? Wenn du anfängst, russische Musik im Auto zu hören oder gar zu Konzerten zu gehen, dann bist du endgültig verloren.
Hm, das war mein drittes Mal Lyube- und es hat mir gefallen.

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23. Februar- Tag der Verteidiger des Vaterlands

2012/02/23 2 Kommentare

Es gibt keinen Himmelfahrtstag in Russland, aber einen Tag, der allen männlichen Bewohnern heilig ist: der 23. Februar. An diesem Tag wurde einst die Sowjetarmee gegründet. Mit dem Zerfall der Sowjetunion hatte auch dieser Feiertag seinen Grund verloren. Er wurde umbenannt in den Tag der Verteidiger des Vaterlands.
In Russland ist er offizieller Feiertag, in den anderen nunmehr unabhängigen Republiken wird er offiziell teils gefeiert, teils abgelehnt.
Mann gratuliert sich untereinander, die Kolleginnen denken sich etwas aus, um die Herren zu erfreuen. Der Tag selbst ist arbeitsfrei, genauso wie der 8. März.

Im Briefkasten lag die Glückwunschkarte von Gennadiy Zyuganov, dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Russlands. Er benennt den Tag in seiner alten Form. Wie es sich ebenso gehört, erinnert er an den 94. Jahrestag der Gründung der Sowjetarmee und der Kriegsflotte und an die Heldentaten und wünscht allen Gesundheit, festen Willen (oder wie übersetzt man sonst крепость духа ?) und Optimismus,

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Foto- Nachlese aus Lenzerheide

Mit der Zumi habe ich auch ein bisschen gespielt.

… Farbrausch

 

… SBB

 

 

Ski- Wochenende in Lenzerheide

In den vergangenen Jahren waren wir in Zweisimmen und Meiringen- Hasliberg , in diesem Jahr war das Skigebiet Lenzerheide/ Valbella angesagt.
Unterkunft im Gruppenhaus, Kochen und Abwaschen gemeinsam, ebenso das Reinemachen am letzten Tag. Aber der Reihe nach:

Freitag Anreise, mit der Bahn bis Chur, traumhafte Landschaft entlang des Zürichsees, weiter mit dem Auto bis ins Quartier. Wir sind vor 12 da, Zeit genug für einen Halbtags- Skipass. Los gehts.

Am Nachmittag treffen weitere Kollegen ein. Abends gibts viel zu erzählen, bekocht durch die guten Seelen des Geschäfts wird niemand hungrig dem Morgen entgegen schauen müssen. Weiss- und Rotwein, natürlich aus der Schweiz, ist genügend da, das Feldschlösschen- Bier geht am ehesten zur Neige.

Am nächsten Morgen ein verheissungsvoller Ausblick vom Balkon:

Ein grandioser Tag im Schnee bei blauem Himmel auf bestens präparierten Pisten folgt. Wir treffen uns in den Beizen, fahren weiter und geniessen die Zeit. Ich vergesse, zu fotografieren…

… erst bei der letzten Abfahrt nehme ich das Dorf auf.

Abends gibts das traditionelle Raclette, als Verdauungshilfe öffnen wir meine mitgebrachte 1- Liter- Flasche „Grüne Marke“. Bei mehr als 20 Kollegen, in der übergrossen Mehrzahl Männer, stellt das kein wirkliches Problem dar …

Am heutigen Morgen noch ein paar Bilder aus dem Dorf:

Das Gruppenhaus ist mehr als 50 Jahre alt. Im Hauptsaal wurde ein Rest des ursprünglichen Wandgemäldes wieder freigelegt:

… nein, kein SozRealismus, nur Zeitgeist

Für das kommende Jahr wird das gleiche Ziel zur gleichen Zeit verabredet.
Der Einstieg ins Skigebiet ist ein wenig beschwerlich wegen der Schlepplifte. Dafür sind die Preise ein wenig niedriger, die Qualität der Pisten ist sehr familiär. Blaue Pisten überwiegen.
Es war wie auch in den vergangenen Jahren ein sehr schönes Wochenende. Für mich immer wieder erstaunlich, dass sich Kollegen aller Bereiche zusammen finden, die sehr häufig von ihren Familien getrennt in der Welt unterwegs sind, und gemeinsam zwei Tage miteinander verbringen. 

Und: Als Schweizer geboren zu werden ist kein eigenes Verdienst, aber recht angenehm, wie es scheint. Eine traumhafte Landschaft, ein begehrter Pass, Akzeptanz als friedliche Nation weltweit, eine auch heutigen Währungskrisen trotzende Wirtschaft sind Werte.

Pack´ die Badehose ein

Nein, ganz so weit sind wir noch nicht, aber gefühlt beinahe: Minus 10 Grad am Morgen, Schneefall, alles gedämpft- die zweite Variante von Winter in Moskau ist derzeit angesagt. Der neue Spass der Internetgemeinde, Frosting, MEHR HIER, wäre jetzt machbar.

… der morgendlichen Ausblick um 7 Uhr 30, wenn ich aus dem Haus gehe

 

… nur im Bürooh, da bin ich frooh. Ausblick aus dem Bürofenster auf den benachbarten Hof.

 

… am Nachmittag siehts freundlich aus

Es geht weiter …

… mit der eisigen Woche. Minus 24 am Morgen sind nicht schlecht. Die Sonne kommt nicht durch, es fällt etwas trockener, ganz leichter Schnee. Tagsüber wird es nicht wärmer als Minus 22 Grad, mit der Dunkelheit wechseln wir wieder auf Tiefsttemperaturen. Wenn es nur den Gletschern helfen würde …

… morgens auf der Baustelle, ein Blick auf Moskau

… abends zu Gast im südwestlichen Moskau

Kategorien:Jahreszeiten, Moskau