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Archive for Juli 2011

Petrozavodsk – Camping Sandal

Nein, nicht die Fussbekleidung war Namensgeber, sondern der gleichnamige See. Wir finden einen Platz unter Bäumen. Wir sind autark, brauchen keinen Strom, Wasser nur zum Auftanken oder Entsorgen. Trotzdem nehmen wir das Angebot gerne an, für 500 RUB Dusche und Bad zu nutzen.

Grill am Abend, Lagerfeuer- was braucht es mehr, um glücklich zu sein?

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Petrozavodsk

Am Abend in Petrozavodsk, gleich an der Bootsanlegestelle, finde ich wieder ein schönes Stück russischen Unternehmertums: Den Komplex „Das Kapital“ in der Karl- Marx- Strasse.

 

Hochpreisiges Restaurant, Nachtclub, Sushi- Bar sind hier unter dem Namen von Marx‘ Ökonomie- Standardwerk versammelt. Was wäre, wenn dies in Deutschland geschähe … In Marx‘ Geburtsort Trier beispielsweise? Oder gar in Ostdeutschland?

Sowjetarchitektur ist allerorten zu finden, hier das Säulenbewehrte Theater der Stadt.

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Kizhi

Von SPb in einem Tag zu schaffen, aber wir haben Zeit. Schlafen in Pryazha, einem kleinen Ort, in einem sehr kleinen, neuen Hotel, fahren dann ausgeruht nach Petrozavodsk. Petrozavodsk selbst ist nicht besonders erwähnenswert, ein eher vergessener Ort.
Die Strasse allerdings verdient Erwähnung: Ab Republiksgrenze Karelien ist die M18 mustergültig. Man könnte meinen, unbemerkt eine Staatsgrenze überfahren zu haben und nicht mehr in Russland zu sein …
Allerdings wurden wir auch zum ersten Mal kontrolliert, seit Moskau. Ein junger DPSler gab zu, dass er sich mal das Auto anschauen müsse und uns deshalb angehalten habe. Er war so jung und offen, dass ich es ihm glaubte. Die Papiere schaute er auch nicht an, die ich ihm mustergültig präsentieren konnte.

Heute in/ auf Kizhi. Gehört zum UNESCO- Welterbe, zu lesen gibts HIER und HIER mehr dazu.
Ich fand’s sehr schön. Am besten war der Gesang der 3 Mönche und das Glockengebimmel in der kleinen Kirche.

Ein paar Bilder

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SPb

Der letzte Tag in SPb, Sankt Petersburg, Saint Petersburg, Sankt Peterburg, Санкт Петербург, der wohl europäischsten Stadt Russlands (wenn wir Kaliningrad mal auslassen), war angefüllt mit Arbeit und einem Abendspaziergang.

Kolomna heisst das Viertel, indem die aus dem gleichnamigen Gebiet im Moskauer Oblast dereinst angesiedelten Arbeiter ansässig gemacht wurden. Wie scheinbar überall in SPb, finde ich wunderschöne klassizistische Fassaden, lange Kanalstrassen, sehr schon restaurierte Häuser.

Sehr wohltuend im Vergleich zu Moskau.

In der Morskaya Nab, der Meeres Uferstrasse, steht dieses verlassene Haus. Eigentlich schön und sehr erhaltenswert. Der Fries weist auf die heroische Vergangenheit der Stadt hin.

… schade, dass meine Barschaft nicht ausreicht, hier aktiv zu werden …

… die nahe Isaaks- Kathedrale grüsst …

Morgen geht es weiter. Zum Abschluss der Tipp:

SPb hat was, lohnt, der Erstlings- Russland- Besucher findet hier den vielleicht richtigen Einstieg.

 

EDIT:

Gerade was gefunden, das BlaBlaMeter
Sachen gibt’s. Und ich habe Glück gehabt: mit meinem heutigen Eintrag

Ihr Text: 860 Zeichen, 118 Wörter
Bullshit-Index :0.25
Ihr Text zeigt erste Hinweise auf ‚Bullshit‘-Deutsch, liegt aber noch auf akzeptablem Niveau…..
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Touristen

In SPb gibt’s eine Unmenge von Touristen, zu Recht. Die Stadt hat was, villeicht den richtigen Mix zwischen europäischem Geschmack und russischem Anpruch. Massen von Touristen überall.

Gestern abend, im Hotel- Restaurant:

Nur da gibt’s WiFi. Ich erledige die Tagesarbeit, beantworte mails und lese, was sonst noch passierte, trinke Bier Nummer 1 (von 2). Mit mir 4 andere Gäste im ca. 80 Plätze fassenden Saal. Höre und sehe aus dem Fenster einen Bus kommen mit chinesischen Touristen.

20 Minuten später:

Ungefähr 30 bis 40 Chinesen stürmen das ansonsten leere Restaurant. Sie packen ihre mitgebrachten, irgendwo gekauften, in Styropor verpackten Gerichte aus, sausen los, um heisses Wasser in die Fertigsuppenbecher zu füllen. Der Geruch von Frittenfett und der Saucen- Pipeline aus Shanghai erfüllt das gesamte Restaurant. Einer steht auf, um seiner Frau kraftvoll auf den Rücken zu schlagen- sie erträgts, offensichtlich ist’s medizinisch. Es wird gerülpst, gespuckt, gelärmt, was das Zeug hält. Die Kellner rennen, nein, nicht wegen der Getränke, sie müssen mehrere schwarze Müllsäcke über die Stuhllehnen zweier leerer Plätze hängen. Alles wurde von aussen mitgebracht. Das Mahl wird beendet mit gedankenverlorenem Blick beim Zahnstochern oder bei der Zahnseiden- Pflege, begleitet von genussvollem Rülpsen.

Zwei sitzen abseits, ein Mann mit langem Haar und seine ausgemacht schöne Begleiterin. Sie essen dasselbe, benehmen sich aber anders.

Nach 30 Minuten ist alles vorbei. Das Restaurant sieht aus wie ein Schlachtfeld, die Kellner räumen den Verpackungsmüll weg.

Wir sind ja so gewöhnt, über unsere Landsleute und ihr Eisbein – Bier- Socken in Sandalen –  Auftreten zu lästern. Wir haben uns an die lauten Amerikaner gewöhnt, die es nicht interessiert, ob es irgendjemand interessiert, wie marvellous, great, pretty impressive sie alles finden. Ich werde mich wohl nicht an die Sorte Russen gewöhnen, die ihre Komplexe mit einem Was- kostet- der Laden- Auftreten kompensieren.

Ein Überfall durch völlig ungehemmte, ungezügelte, durch nichts zu beeindruckende, selbstsichere Chinesen hat die nächste Qualität erreicht.

Ich war noch nie auf Mallorca oder Ibiza (Eisbein usw.), bedaure die übergewichtigen, häufig bewegungsbehinderten Amerikaner, würde niemals in einem Hotel mit russischen Touristengruppen buchen. Nunmehr sind Chinesen dazu gekommen, sicher.

Ich denke, das chinesische Paar hat es verstanden.

Ab Samstag fahre ich wieder meinen Weg, alleine, Richtung Norden diesmal.

Sankt Petersburg

Ganze 3 Stunden Fahrt waren es, kein Stau, keine Baustelle. Dafür sogleich in die Metro, zum Nevskiy- Prospekt, da bis auf die andere Seite zur Börse gelaufen, wieder zurück, Isaak- Kathedrale besichtigt, 200 Stufen hoch und wieder runter gestiegen. Alexandergarten, Fotoausstellung im Freien, Platz vor dem Winterpalais (ja, da wo die Revolution 1917 begann), und einfach gelaufen, immer weiter.

Schöne Stadt!

Nevskiy Prospekt, Singer- Haus

 

… SPb von den Kolonnaden der St. Isaac Kathedrale aus gesehen

Kathedrale des Erlösers im Blut (hoffentlich richtig übersetzt …)

Velikiy Novgorod

Sommer- Flugpause. Ich fahre mit dem Auto Richtung Petersburg. Heute bis Velikiy Novgorod, eine der ältesten Städte Russlands, mehr HIER.

Auf der M10 angehalten in einer netten Raststätte. Einzig der Name passte nicht ganz, aber nur für deutsche Ohren mit älterem Jahrgang: Pit- Stop. Hiess so nicht mal die preiswerte Service- Kette, die mit den blauen Uniformen Reklame machte? Egal. 3 Stunden ab Moskau auf der rechten Seite, unschwer am Rot und dem davor geparkten Pobeda zu erkennen, kann der Reisende gut anhalten und sich stärken- oder nur auf eine sehr saubere Toilette gehen.

Am Abend in Velikiy Novgorod der Stadtrundgang, Kreml und Kirchenensemble besichtigt. Am Strand viel Leben: Radfahrer, Skater, Spaziergänger, alles in Bewegung, wenige schon beim dritten Bier. Sehr schöne Kulisse für ein angenehmes Leben-

… der Hotelfensterblick

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