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Archive for Juni 2011

Belaya Plozh´chad- der Weisse Platz

Am Abend des verregneten Samstag gehen wir wenigstens noch einen Chai Latte trinken. Es hat aufgehört zu regnen, warm ist es sowieso. Also zu Fuss zum Weissen Platz, einem, meiner Meinung nach, gelungenen Neubauensemble mitten in Moskau.

Um den Springbrunnen ist reichlich Verkehr. Vornehmlich Immigranten aus Zentralasien treffen sich hier. Die Jungen meistens in Adidas (oder wenigstens dessen Klon) gekleidet, die Mädchen züchtig, alle fein herausgemacht. Alkohol gibts kaum, anders, als sonst überall in Russland zu sehen. Man trifft, kennt, grüsst, unterhält sich. Ja, wo sollen sie auch hin?

Unlängst wurden berichtet, dass die kirgisische Botschaft eine Klinik nur für ihre Bürger eröffnet hat, die im Raum Moskau als Gastarbeiter* sind. Die Bedingungen für diese sind so schlecht, dass russische Medien gelegentlich darüber berichten müssen. Keller, Abbruchbaracken, Container und Schuppen, überall werden die untergebracht, ohne die Moskau im Dreck versinken würde.

Und so treffen sie sich am Platz direkt am Ausgang der Metro Belorusskaya und stören niemand.

*Gastarbeiter ist eingerussischt, ebenso wie Schlagbaum, Straf, Blitzkrieg, Butterbrot

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Gelesen: Griechenland- Hilfe

Es regnet am Samstagmorgen. Hauptsache, wochentags ist blauer Himmel und Sonne. Ich wollte Radfahren gehen.

Zur Abwechslung habe ich ein wenig gesurft und dieses Gleichnis aus dritter Hand gefunden. Wer weiss, wer sich das ausgedacht hat. Zumindest die grauen Zellen werden angeregt … Und auch beim dritten Nachlesen stellt sich die Frage, wo der Haken ist.

……

Es ist ein trüber Tag in einer kleinen Stadt in einem tief betroffenen Land, es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump.
Da fährt ein deutsches Touristenpaar durch die Stadt und hält bei einem kleinen Hotel.

Der Herr fragt den Eigentümer, ob er sich mal die Zimmer anschauen dürfe, um vielleicht eines für eine Übernachtung zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen. Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel und dann gehts los:.

1. Als der Besucher die Treppe hinauf ist, nimmt der Hotelier den Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn, dem Metzger, und bezahlt seine Schulden

2. Der Metzger nimmt die 100 Euro, läuft die Straße runter und bezahlt den Bauern.

3. Der Bauer nimmt die 100 Euro und bezahlt seine Rechnung beim Genossenschaftslager.

4. Der Mann dort nimmt den 100 Euro Schein, rennt zur Kneipe und bezahlt seine Getränkerechnung.

5. Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden Prostituierten, die auch harte Zeiten  hinter sich hat, und dem Wirt einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.

6. Die Hure rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehende Zimmerrechnung mit den 100 Euro.

7. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen.

In diesem Moment kommen die Reisenden die Treppe herunter, er nimmt seinen Geldschein und meint, dass ihnen  keines der Zimmer gefällt und sie verlassen die Stadt.

o Niemand produzierte etwas.

o Niemand verdiente etwas.

o Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem Optimismus in die Zukunft.

So einfach funktioniert das EU Rettungspaket für Griechenland …

…..

aus: http://sweetkoffie.wordpress.com/

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Wieder eine TU134

Schon seit längerem habe ich mir angwöhnt, nicht nur die vernünftigsten Preise mit den Flugzeiten zu vergleichen, sondern auch die dazugehörigen Airlines mit ihren Flugzeugen.  TU134 bin ich schon sehr häufig geflogen. Kein Wunder,  das Flugzeug ist seit 1966 im Einsatz und war eines der Standards der sowjetischen/ russischen Luftfahrt.

Gestern morgen wieder eine schlimme Nachricht: Absturz einer TU134 aus bislang unklarem Grund kurz vor Petrozavodsk in Karelien. Fluggesellschaft RusAir. Wieder sind viele Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache wird irgendwann bekannt werden. Übrig bleiben trauernde Familien, die (vermutlich) wegen einer Lappalie Angehörige verloren haben, junge Menschen, deren Zukunft schon beendet wurde, bevor sie begann.

Am Abend fliege ich nach Ufa. Erster Schreck, es ist keine Aeroflot- Maschine, sondern eine von NordAvia. Klingt fast so wie die andere, RusAir. Im Flugzeug sitzend, stelle ich beruhigt fest, dass es eine relativ neue Boeing737 ist.

Vor Ufa schöne Bilder von satten Landschaften mit grünen Feldern

 

Ich komme Ortszeit 2020 an, es ist noch hell. Klar, Mittsommernacht.

Am heutigen Tag die Einfahrt zum Hotel Aristoteles

… keine notgelandete MI8, sondern ein Denkmal im Hof des Wehrkommissariats (VoenKomat). Der Zufall wollte es, dass just das Gebäude davor zu einem Hotel umgebaut wurde.

Nunmehr sitze ich im Flughafen der Stadt, sehr modern gebaut und warte auf den Rückflug mit meiner gestrigen Maschine. Vorher noch einen Tee im Cafe Moskau

… nur den Flug nach Petrozavodsk im Juli muss ich mir nochmals überlegen.

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Gelesen: Nicht alle Russen haben Goldzähne sind immer betr…/ Christina Eibl

Nicht alle Russen haben Goldzähne sind immer betrunken und auch nicht jeder russische Beamte ist korrupt: Ein Überlebensbericht aus dem Herzen Moskaus

– ja, so lautet der volle Titel des Buches. Beim Online- Versender wurden aus dem Tatsachenbericht ein Überlebensbericht, ein Komma ging auch verloren im ohnehin sperrigen Titel, aber was soll´s?

Heraus kam ein interessantes, kurzweilig zu lesendes Buch in Geschichten- und Reportageform aus dem Alltag einer deutschen Geschäftsführerin in Moskau. Recht wahr, vortrefflich beobachtet. Während des Lesens konnte ich mich häufig eines Lächelns und eines bestätigenden Kopfnickens nicht erwehren.

… nur weshalb sie immer wieder Frau Holm, die Moskauer Korrespondentin der FAZ, zitieren musste, verstand ich nicht recht …

 

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Moskauer Büro

2011/06/18 1 Kommentar

Nach Ashgabats Kuppeln, ländlichem Havelland, gepflegtem Luzern wieder in Moskau, im Büro. Wo sonst?

Blick aus dem Büro auf urbane Landschaft

Wer nur hat sich diese Parkordnung ausgedacht und aufmalen lassen??

Kategorien:Moskau, Russland

Luzern

Kaum aus dem Havelland zurück, geht es schnell in die Schweiz zu einem Meeting. Luzern, immer schön, hier mal nur aus dem Hotel geschaut

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Wochenende im Havelland

Pfingsten mit Freunden im Havelland: Untergekommen in einer Pension mit angeschlossenen Ferienhäuschen in Ferchesar, am Abend Grillen, Reden, Lachen, am Samstag eine Radtour um den See mit reichlich Pausen und leckerem Räucherfisch zum Mittag … Am nächsten Tag per Auto nach Havelberg und zum Ritter Kahlbutz, dem nie verwesenden bösen Buben.

So lässt sich leben …

Tankstelle am Flughafen Tegel: Fuchs beim Frühstück

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