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Archive for Mai 2011

Kontraste

Abflug ab Moskau- Domodedovo. Auf der Wiese zwischen den Startbahnen sind Flugzeuge geparkt. Für immer?

Am ersten Abend in der Schweiz der Hotelfensterblick:

Mit den Kollegen gibt es ein recht angenehmes Abendgrillen.

Vom Hang gegenüber höre ich die Kuhglocken.

Bilderbuchlandschaft

Anflug auf Moskau

Der Kontrast macht´s, hält frisch.

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Moskauer Gehwege und das richtige Schuhwerk

2011/05/25 3 Kommentare

Ich muss am frühen Abend nochmals zum Belorussischen Bahnhof. Der Weg führt an einer ewigen Baustelle vorbei, deren Gehweg mit Brettern nach unten und einem äusserst stabilen Stahldach nach oben gesichert ist. Die Zeit hat die Bretter blank geschliffen. Die Fugen sind zentimeterbreit, an den Schrägen sind hühnerleiterartig Querstäbe aufgenagelt. Dichter Fussgängerverkehr, vor mir ein Paar. Er in Jeans und  Sneakers, sie, sehr elegant, in Business- Kostüm und beeindruckenden HighHeels. Ich kann nicht überholen und kann mich dem beeindruckenden Gang nicht entziehen.

Was gehört dazu, diese Wege nicht einfach mit dem Bequemsten zu begehen, das der Markt bietet? Weshalb nicht einfach die Lösung aus NYC anwenden, mit Sportschuhen auf dem Arbeitsweg den Löchern und Unwegbarkeiten zu entgehen?

Schön sieht ihr Gang aus, den Waden scheint die Anstrengung auch gut zu tun- ich bin froh, nur mit flachen Schuhen als Mann daherkommen zu dürfen.

Kategorien:Moskau Schlagwörter: , , ,

Gelesen: Operation Beirut/ David Ignatius

… während der Flüge kann ich einfach keinen Computer anschalten. Ich empfinde es als sehr unbequem, mit halb gewinkeltem Bildschirm irgendwas zu bearbeiten, darauf vertrauend, dass der Vordermann nicht doch noch zu einem Schläfchen ausholt und die Rückenlehne gegen meine Knie drückt. Wenn ich es doch getan habe, dann passierte es meist im allerunpassendsten Moment, dass der Akku den Ausstand meldete und ich nur noch hoffen durfte, dass Windows die Daten irgendwo sicherte.

Also schlafe ich. Oder ich lese. Ich bevorzuge Taschenücher wegen des Gewichts und der lieblosen Behandlung, die ich ihnen in Tasche, Zeitungsnetz und neben Apfelsaft und Krümelbrot angedeihen lassen muss.

Jüngst wieder einen Thriller:

 

Unterhalten sich ein ehemaliger (Hoffman) und ein aktiver CIA- Agent (Rogers).

Hoffmann in Kapitel 42, London 1978: „… Ich danke jeden Abend meinen Glückssternen, dass ich kein vernünftiger prowestlicher Araber bin, der alles tut, um nicht verrückt zu werden … Weil, wenn ich einer wäre, dann wäre ich auf die Vereinigten Staaten angewiesen, wenn ich mal Hilfe bräuchte. Und in dem Fall, mein Freund, hätte ich schon von vornherein verloren…“ (S.534)

… ist ja alles nur fiktiv …

Kategorien:Gelesen

Armlehnen- Nerverei im Flieger

Heute morgen mal wieder:
LX1325 06:40 ab DME nach ZRH, schöner Airbus A319, ich am Vorabend online eingecheckt auf Platz am Notausgang, Fenster, Zweierbank. Taxi geht ab um 04:30, ein paar Stunden Schlaf mussten reichen. Nun gut, ich habe 3 Stunden Flug, das wird ausgleichen. Dachte ich.

Das Flugzeug ist gut gebucht. Mein Nachbar kommt. Hat ein bisschen viel Handgepäck, bringt alles unter. Setzt sich, nein, lässt sich fallen. Ich sitze am Fenster, er am Gang. Beide Arme platziert er auf der ohnehin schmalen Armlehnen, Beine breit auseinander, sodass wir erstmal guten Körperkontakt haben. Ich rücke noch weiter Richtung Fenster.

Früh am Morgen, Start, ich schlafe ein, wie lange trainiert und gewohnt.

Werde wach, weil er noch näher an mich herangerückt ist. Überbrücke erstmal, indem ich die Toilette aufsuche. Beim Wiederkommen lasse ich mich fallen. Er rückt sich gerade. Ha, macht sogar die Armlehne frei! Ich nutze die Chance, um meinen linken Arm darauf zu platzieren. Was macht er? Legt seinen Arm auf meinen, schliesst die Augen und stellt sich schlafend. Was tun?

Stewardess kommt mit Getränken in dem Augenblick. Er bestellt auf Englisch irgendwelchen Saft. Ich frage ihn, ob er Englisch, Deutsch, Russisch spricht. Englisch. Also frage ich ihn, ob er ein anderes Ticket als ich habe. Er verneint. Dann könne er ja mir die Hälfte der Armlehne abtreten oder wenigstens auf Körperkontakt mit mir verzichten. Ich stünde nicht so drauf. Er wird böse und verlangt laut, dass ich aufhören soll, ihn so anzusprechen. Er lehnt sich wiederum zurück, haut seine beiden Arme auf die Armlehnen und schliesst die Augen.

Es muss keine Tupolev oder Ilyushin sein, um auf das Ende eines Fluges zu warten …

Dafür entschädigt der abendliche Hotelfensterblick:

Beloe Ozero, der Weisse See nahe Shatura

Auf Empfehlung von Freunden fahren wir am Freitag rund 180 km südöstlich, Ryazanski Prospekt, bis ins Gebiet von Shatura. Der Weisse See, Beloe Ozero, und ein Sanatorium genanntes Erholungsheim ist da. Soll alles sehr schön sein.

Die 180 km spulten wir in lockeren 5 Stunden ab (die Rückfahrt am Montag dauerte genauso lange). Ein Argument gegen jeden Gedanken, jemals so etwas wie eine Dacha ausserhalb von Moskau haben zu wollen. Der Verkehr ist einfach irre. Da wird der unbefestigte Randstreifen als Fahrspur aufgemacht, überholt, wo man es wirklich nicht tun sollte- nur, um ein paar Meter zu gewinnen. Einer verschaffte sich etwas mehr Überblick beim Fahren

Das Sanatorium selbst ist sehr gross, heute im Besitz der Stadt Moskau. 400 Pensionäre erholen sich kostenlos im 19- Tage- Turnus, dazu gibt es zahlende Gäste wie uns. Nach der Gewöhnung an die älteren Herrschaften ist es ganz nett. Ein bßchen Sowjetnostalgie kommt auf, auf dem Gelände wird vaterländische Musik gespielt, alles ist geschniegelt, eine Reifenreparatur am Fahrrad kostet 50 RUB (1,20 EUR), ein Bier ganze 40 RUB (1 EUR), die Vollpension umfasst das klassische sowjetische Menü einschliesslich Kefir zum späten Abend.

Zum Nichtstun, Lesen, Erholen für zwei drei Tage ganz gut- für länger nicht zu empfehlen.

Ein bißchen Kultur musste sein: das Museum für Sergey Jesenin in Spas- Klepiki und das Museum für Holzkunst


In solcher Umgebung wachsen Poeten auf.

Mit dem Rad erkundeten wir Dorf und Umgebung unseres Heimes.

… links geht es zum 1970 eröffneten, noch immer in vollem Betrieb befindlichen Pionierlager …

Die Farbpalette der Sowjetzeit scheint auch noch verfügbar…

… Lenin wurde auf einem Containerdach im Materiallager zwischengeparkt oder endgelagert, wer weiss …

Am Weissen See zum Shashlyk

Und am nächsten Tag ist Feiertag, Tag des Sieges. Versammlung, Kundgebung, Gedenkstunde- egal, man trifft sich, hört vaterländische Musik, hält Reden und die wenigen Veteranen, die es noch gibt, gedenken der Ihrigen, die gefallen sind in diesem langen Krieg.

Rückflug nach Moskau

Ein später Flug, dank der Zeitverschiebung komme ich beinahe zur Abflugzeit in Moskau an …

… was für eine Stadt!

Kategorien:Moskau

Von Nizhni Tagil nach Yekaterinburg

Weiter geht’s.

In einem Dorf gibts ein Geschichtsmuseum mit Freiluftausstellung, eine alte Lok steht auf der Dorfstrasse.

Eine Fahrt durch den Wald, links und rechts schwarze Moortümpel, der alte Asphalt weicht auf mehr als 30 Kilometern Schotter und Sand, bis wir wieder feste Strasse und Yekaterinburg erreichen.

Yekaterinburg, Ekaterinburg, das frühere Sverdlovsk, ist eine Industriestadt mit mehr als einer Million Eonwohner. Viel zu sehen gibt es leider nicht, aber als Tourist bin ich auch nicht hier. Das Hotel ist bestens, hat ein nettes Restaurant und am lange hellen Abend einen eher schlichten Blick aus dem Fenster