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Archive for April 2011

Alles neu macht der Mai

Frische Farben allerorten

Keine optische Täuschung und auch kein Fehler der Kamera- die Säule ist wirklich schief.

… und manchmal ist eben noch ein wenig zu tun

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Kategorien:Moskau Schlagwörter: ,

Taxi FRA – Hotel

2011/04/29 2 Kommentare

Was sollte ich tun, warten oder Taxi?

Komme gestern abend an am Flughafen FRA, gebe mein Auto ab, und gehe hoch zu den Hotelbussen. Der hoteiegene Bus ab 1C um 10 und 40, die Uhr zeugt eben 09. Also halbe Stunde warten oder Taxi nehmen.
Kann ja nicht teuer sein, denke ich mir.
Gehe zum Taxistand. Warne den Taxifahrer, dass ich nur ins Park Inn will. Sehr  freundlich bestätigt er, packt mein leichtes Gepäck ein und fährt mit mir los. Und erzählt:

Das letzte Mal ist er 1996 gefahren. Sein Taxischein läuft nächste Woche ab. Das hier ist die absolute Katastrophe. Kein Wunder, das nur noch Inder und Pakistanis Taxi fahren.

Seit 3 Uhr hat er in der Schlange gestanden. Als ich einstieg, war es 8.

Nein, nein, ich müsse mich nicht entschuldigen. Es ist eben nicht mehr wie früher. Keine Fluggäste. Die Frankfurter haben bekommen, was sie wollten.

Taxibetriebe sind reine Menschenhändlerorganisationen, sagt er. Als ich frage, will er nicht weiter antworten. Ob die Konzessionen gegen hohes Geld verkauft werden an neue selbständige Mitbürger? Keine Antwort.  Oder kann man angestellte Taxifahrer ins Land holen, weil keine deutschen Fahrer mehr da sind? Keine Antwort.

Als wir angekommen sind, runde ich auf, gebe ihm 2 Euro Trinkgeld und wünsche ihm alles Gute. Er entschuldigt sich, dass er so frustriert sei. Seinen Taxischein will er nicht erneuern.

Fremdes Deutschland. Für mich heute.

Kategorien:Deutschland Schlagwörter: , ,

Weit westlich

Flug nach Frankfurt am vorgestrigen Morgen, nehme einen Mietwagen und fahre weitere fast 400 km westlich. Um Kaiserslautern gibts auffallend viele US- Importe, zu erkennen an den extra kleinen hinteren Nummernschildern.

Mit dem Miet- BMW123d geniesse ich die Autobahn ebenso wie die französischen Landstrassen. Macht Spass, die kleine Rakete. Sportsitze, gefedert mehr wie ein Go- Kart, gerade recht für mich an diesem Tag.

Der Raps blüht, die Felder sind schon grün

Am nächsten Tag zurück. Die Autobahnjagd verlangt nach frischem Diesel. Macht doch Spass, sehr schnell zu fahren. Prollig? Schlichtes Gemüt? Egal.
Der Kraftstoff an deutschen Tankstellen scheint komplett ökologisch gewonnen zu werden. Oder ist das viele Grün nur eine Reminiszenz an den Zeitgeist? Egal, Diesel ist Diesel. Diese vielen Zusatzbezeichnungen kann ich schon gar nicht verstehen.

Am Abend im Hotel am Flughafen, ein Gebiet mitten im Bau, gegenüber der Landebahnen. Der Hotelfensterblick:

Beim Gepäckeinchecken am heutigen Morgen schaue ich wie immer auf die nostalgische Anzeigetafel im Terminal 1.

Tücken der Technik

… sicher ging LH230 nach Rom um 07:35 planmässig …

Beim Abflug das Park Inn von oben

Und ein Bick auf Frankfurt

Ostersonntag in Moskau

Kreml, Fahrt mit der Fluss- Strassenbahn (rechnoy tramvay), zu Fuss quer durch- das ist das Programm für diesen Tag.

Im Kreml

An der Wand des Kremlpalastes eine Gedenktafel:

Mit dem Siegesorden wurden ausgezeichnet

Dwight Eisenhower, USA
Bernhard Law Montgomery , UK
Michał Rola-Żymierski, Polen
Josip Broz Tito, Jugoslawien
König Michail I. , Rumänien

… Geschichte ist interessant, da nicht irreversibel

Vom Kiewski Vokzal geht es weiter per Schiff.

Die Universität

Moscow City

Erlöserkirche, leider abgesperrt wegen des Feiertages

Welche Stadtmasse!

Am GUM auf dem Roten Platz sind die ersten Vorboten der bevorstehenden Militärparade am 9. Mai schon zu sehen.

Was könnte da Anderes als Goethes Osterspaziergang einfallen?

Aus dem hohlen finstren Thor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.

Sie feyern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,

Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

(HIER, 64, gefunden und zitiert)

Kategorien:Moskau, Russland Schlagwörter: , , ,

Sergiev Posad

Ostersamstag, wir haben Besuch aus Deutschland. Dies ist ein besonderer Zusammenfall, Ostern ist in beiden christlichen Kirchen am selben Wochenende.
Mit der Elektrichka ins wahre Leben und nach Sergiev Posad, manchem auch bekannt unter dem alten Namen Zagorsk.

Ab Yaroslavski Vokzal fahren wir 1 1/2 Stunden nördlich. Die Fahrt ist recht kurzweilig, gibt sie doch dem interessierten Fahrgast Einblicke in russisches Alltagsleben. Verkäufer kommen unentwegt von beiden Seiten in den Waggon, lassen einander ausreden, bevor sie mit dem Anpreisen ihrer Waren beginnen. Osterhandtücher, Batterien, Holzkämme, Bücher, Zeitungen, unglaubliche Schnellkleber, Fleckenentferner, die alles von selbst rückstandslos entfernen, Graffitti- Entferner, Ausweishüllen, Taschen, Musik- CDs und DVDs, kurz: alles, was der zur Datscha fahrende Moskauer brauchen könnte, wird angeboten zu dem nur heute gültigen, einmaligen Super- Sonderpreis.

Sergiev Posad ist das grösste aller russischen Klöster, hören wir während der rund einstündigen sehr guten Führung. Goldene Kuppeln gibt es genügend. Sicher auch wegen der Osterfeiertag sind sehr viele Geistliche unterwegs, Besucher und Gläubige ebenso.

An langen Tischen werden die Osterkuchen, Kulich, gesegnet.

Ein Becherchen Kloster- Kwaz trinken wir auch.

Die Atmosphäre in den Kirchen ist wegen des bevorstehenden Osterfestes noch festlicher als üblich. In langen Schlangen stehen die Gläubigen an, um ihre Wünsche zu übergeben und ein paar Kerzen anzuzünden.

Pflastermüde kehren wir in die Stadt zurück.

Kategorien:Russland Schlagwörter: , , ,

Ashgabat

2011/04/19 5 Kommentare

Darf wieder in meine Teilzeit- Heimat reisen, Ashgabat, Turkmenistan. Wo das liegt? Rechts, nein, östlich vom Kaspischen Meer, in Nachbarschaft von Afghanistan, Iran, Kasachstan, Usbekistan und, eben, des Kaspischen Meeres.

Wandere am Abend auf alten Spuren, suche nach Gesichtern und Plätzen, die ich kenne. Es hat sich sehr viel verändert, nicht nur Neubauten sind da, auch gut restaurierte Fassaden alter Häuser sowjetischer Zeit.  Auf dem Tekke- Basar gehe ich wieder zu meinem Nuss- Stand, wo ich immer die verschiedensten Nüsse, Mandeln und getrocknete Früchte gekauft habe. Schaue auch nach den Koreanerinnen, die das Geschäft mit eingelegtem Gemüse und sauren Salaten beherrschen, wie überall in Zentralasien.

Am Abend, spät, muss ich British Pub, City Pub und das Florida checken. Bei Abendtemperaturen um 22 Grad ist die Outdoor- Party im Florida DER Treffpunkt der Stadt. Das Bier ist teurer geworden, ein kleines Baltika 3 kostet runde 7 USD, aber was soll ich tun gegen Durst?

So muss ein Tankstellen- Preisschild aussehen:
1 Liter Super kostet 25 US- Cent, also weniger als 20 Euro- Cent …

Der Hotelfensterblick:

War schön (und nebenbei auch nützlich), mal wieder in der Stadt und dem Land gewesen zu sein, wo ich ein paar Jahre gelebt und gearbeitet habe. Oder, wie ich immer auf Fragen antworte, jeder soll sich selbst ein Bild machen, bevor er Anderen glaubt oder nachredet.

Kategorien:Hotelfensterblick, Turkmenistan Schlagwörter: ,

Gelesen: Gleicher als Gleich, Teil 2 (FTD 2011-04-13)

Fortsetzung eines Artikels 

„… Davis‘ Arbeitgeber zahlte Mitte März an die Familien der beiden Opfer 2,3 Mio. Dollar, die Mordanklage wurde fallengelassen …“

Damit dürften sie wenigstens keine materiellen Sorgen mehr haben, neben dem persönlichen Leid. Für die Hinterbliebenen der beiden Studenten aus Moskau sah es weniger gut aus …

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