Untätig war ich nicht …

2017/03/05 2 Kommentare

… in den vergangenen Monaten. Ein paar Fotos aus dem Kameraspeicher, erst jetzt gesichert auf dem NAS.

imgp9990-kopie… Morgenhimmel über Riga

imgp0001-kopie… auch so kann er aussehen im Januar

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… Abendspaziergang durch die Altstadt von Riga. Die Musikantin war gut drauf.imgp0009-kopie

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Und zwei russische Souvenirs warten auf den Frühling. Vorher ist noch ein wenig Arbeit vonnöten:

imgp0028-kopie… die Simson (Awo) Sport aus 1961 wollte mit Richtung Westen

imag0822-kopie… und hinter dem gelben 2103 aus 1978 steckt eine interessante Geschichte.

Wenn beide auf der Strasse sind, erzähle ich.

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Schon wieder Frühlingsanfang …

… liegt´s an der altersbedingt anderen Wahrnehmung der Zeit, liegt´s an der neuen Umgebung und den ständig wechselnden Eindrücken- keine Ahnung. Die vergangenen zwei Monate verrauschten nur so.

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… Moskau im Januarimag0903-kopie

… Riga, Blick auf Altstadt

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… Blick aus dem Fenster des Cafes Parunasim, am Schwedentor in der Altstadt Rigasimag0833-kopie

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… Spaziergang an der Weissen Düne, nahe Saulkrasti, nordöstlich von Riga

imag0871-kopie… ein Besuch in Ashgabat, Wintergrillen mit Freunden

Und sonst?

  • Lettisch- Kurs begonnen, um nicht mehr mit Russisch, Englisch oder Deutsch herumstolpern zu müssen
  • Umzugsschäden behoben: neues NAS gekauft und eingerichtet, ein zweites QNAP- System. Das Zyxel hatte durch Erschütterungen (??) irgendetwas an der Platine eingefangen. Alle Daten waren gerettet, nur der Korpus ist im Eimer.
  • Noch immer nicht den Radiowecker und zwei Bilder gefunden.
  • Jede Menge Kabel weggeworfen, die keine Geräte mehr haben, an die sie gesteckt werden können.
  • Das Rote Kreuz von Riga mit zwei grossen Kisten nicht mehr benötigter Kleidung beliefert.
  • Tallinn, Vilnius, Moskau, Ashgabat- mein Radius ist kleiner geworden. Aber ich geniesse es auch ein bißchen. Keine Nachtflüge mehr, vom Flughafen Riga RIX bis nach Hause 10 Minuten Taxi für 5 EUR, Arbeitswege von 20 Minuten, Besorgungswege bis zum Stadtzentrum lang, 27 Minuten Autofahrt. Früher brauchte ich täglich länger, um am Abend vom Büro nach Hause in die Moskauer Wohnung zu kommen.
  • Der Gang der Welt ist mir unverständlich. Liegt vielleicht am Alter.
Kategorien:Lettland, Riga, Turkmenistan

Nicht verloren, nur unterwegs

… die Zeit vergeht, um mit einer Plattitüde zu beginnen. Der letzte Eintrag stammt von Anfang November. Dazwischen war ich in Riga, Dresden, Riga, Vilnius, Tallinn, Zürich, Berlin, Riga, Moskau, Riga, Tallinn, Narva, Moskau, Riga, Vilnius, Riga. Ich erhielt meine lettische ID- Karte. Die ist nötig, damit die Behörden meine Existenz im EU- Land Lettland anerkennen. Miet- und Arbeitsvertrag mussten vorgelegt werden. Innerhalb von 2 Tagen war die Karte ausgestellt, ein Spitzenwert. Freizügigkeit hatte ich mir trotzdem anders vorgestellt. Ich war wohl ein wenig naiv und glaubte, als Europäer könne man einfach eine Wohnung irgendwo anmieten und fröhlich vor sich hin leben.

Die e- Citizenship von Estland erhielt ich auch. Mehr darüber HIER. Ich hatte schon über die Affinität vor allem estnischer Unternehmer bezüglich eBusiness gelesen. Diese Plastikkarte ist das einzige Instrument, um wirksam ein Dokument zu unterschreiben. Weder Fax noch gescannte Dokumente werden anerkannt.

Die Weihnachtsfeier in Moskau war wohl meine letzte mit den dortigen Kollegen. Viele gute Worte wurden gesprochen, ein paar Tränen verdrückt. Wie die Puhdys singen:

Es war schön
Einfach schön
Endgültig vorbei, aber schön
Winde dreh’n, Menschen geh’n
Was war, kann uns keiner mehr neh’m
Denk an unsre Zeit, sie war schön
Sie war schön.

Aber Weihnachten ist auch Neubeginn, Hoffnung. Das passte schon zusammen.

Eine gute Nachricht kam auch. Der Container war endlich bereit zur Abfertigung. Das Leben aus dem Koffer mit ein paar Hemden, Hosen fürs Geschäft und einer Jeans und einem Schlabberanzug für zu Hause soll nun endlich bald vorbei sein.

Und da die Weltnachrichten nichts zu bieten haben ausser Wahnsinn, beschränke ich mich auch besser auf meinen beschränkten Globus. Wie sonst kann man verstehen, dass am gleichen Tag Japan für russische Bürger Visaerleichterungen und die EU für Ukrainer und Georgier gar Visafreiheit beschliessen und gleichzeitig die Sanktionen gegen Russland ausgeweitet und um weitere 6 Monate verlängert werden?

 

imag0776  … Moskauer Autotuning kennt nur wenige Grenzen

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… Vilnius, Hotelfensterblick an einem frühen Morgenimg-20161219-wa0016   … schon wieder in Vilnius, an einem anderen Tag und in einem anderen Hotel

imag0765 … Altstadt Tallinn

imag0760… Tallinn

imag0780… Jurmala, Ostseestrand, im Dezember

imag0792… der Weihnachtsmarkt von Vilnius

imag0789… 4. Advent

img-20161219-wa0001… unser Lichterbogen über Riga

 

Ich wünsche allen Lesern ein schönes friedliches Weihnachtsfest! Möge 2017 ein Jahr voller Gesundheit, Freude, Glück und Frieden werden!

Neue Ufer

imag0662-kopie… aus dem Handyspeicher: Die Tankstelle wurde nicht schlampig gebaut. Der beidseitige tiefer gelegene Teil des Betonbodens dient der optimalen Befüllung der Tanktouristen- Autos auf der russischen Seite der lettisch- russischen Grenze. In Brest hatten die Fahrer noch Auffahrkeile mit, damit die Autos schräg stehen konnten.

imag0669-kopie… Morgenpanorama

imag0685-kopie… Ausflug bei Regen und Wind an den Strand von Jurmala. Unglaublich tief ist der Strand, von Düne bis zum Wasser.

Am nächsten Wochenende bin ich nochmals nach Moskau gefahren. Zurück ging es wieder mit einem Stop, dieses Mal in Pskow.

imag0710-kopie… Hotel „Rizhskaya“, im sowjetischen Intourist- Chic, stilgerecht und nicht retro, sondern noch immer original. Hier der Arbeitsplatz der Etagenwächterin, Dezhurnaya.

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… schön, wenn im Bad ein Zettel an den Fliesen hängt mit der Bitte, das Toilettenpapier nicht in das Becken zu werfen.

imag0717-kopie… erster Schnee am 2. November

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… und ein weiterer Ausblick

Kategorien:Auto, Lettland Schlagwörter: ,

Ich nomadisiere

2016/10/19 4 Kommentare

… und dieses Mal mit einem grossen Schritt.

Die Uzbekistan- Tour war gerade vorüber. Ich bin wieder daheim. Und packe schon wieder. Nichts Besonderes soweit.

Ich sortiere. Was muss ich gleich einladen, in´s Auto, (???!!!???) was bleibt noch, was kommt in den Container. Ja, wie, was?

Am Samstag kamen wir an aus Uzbekistan. Am Sonntag nachmittag fahre ich wieder los. Zwei Schrankkoffer, eine Kiste, eine Tasche, ein Rucksack, ein Liter Alkohol, das ist mein Gepäck. Der Alkohol muss mit, nicht zum Trinken. Ich fahre nordwestlich, M-9, und komme an dem Tag bis Velikie Luki. Die Strecke ist gut. Nur 40 km vor Velikie Luki beginnen die Strassenbauarbeiten. Rechts ein tiefer Graben, beinahe ungesichert. Und Fernverkehr dicht an dicht, sodass nur wenig Raum bleibt.
Am Montagmorgen, so gegen 5, fahre ich weiter. Schliesslich will ich früh an der Grenze sein, der mit Lettland. Bin früh da. Grenze sehr leer.
Alles gut, Schichtwechsel, aber dann schnell, bis zur lettischen Prüfung.

(Kurzfassung)
Er: Prüfbericht für das Auto nicht dabei?
Ich: Nein, Haftpflicht gibt´s doch nur mit frischem Prüfbericht. HP habe ich hier. Bericht liegt im Büro, im Safe.
Er: Tja, dumm gelaufen. Wird heute nichts. Ich frage mal den Chef.
Er: Tja, da vorne ist die Wendestelle. Hier gibt´s dann wieder die Papiere und das Protokoll. Ohne Bericht geht´s nicht weiter.
Ich: Wo steht das denn? Ist das eine neue Regel?
Er: Ja, wurde nur noch nicht veröffentlicht.

Als ich wieder bei den Russen ankomme, grosse Fragen.

Der Eine sagt, ach, die Schicht ist heute dran.
Der Andere sagt, siehste, so empfangen dich deine europäischen Brüder. Willkommen daheim.
Der Dritte sagt, die nächste Prüfstelle ist ca. 1 km entfernt, XXX, YYY.

Ich fahre zur Prüfstelle, die rund um die Uhr geöffnet ist. Meinen neuen Prüfbericht bekomme ich auch, gültig für ein Jahr, für runde 30 EUR.

Gute zwei Stunden später als geplant bin ich durch. Die klapprigen Uralt- Passat und Audi 100 fahren nach Russland zum Tanken. Einen deutschen TÜV würden sie schon lange nicht mehr kriegen. Brauchen sie auch nicht.

Nach rund 4 1/2 Stunden Fahrt bin ich in Riga.

Meine neue Heimat.

Mit 2 Wochen und 5 1/2 Stunden Verspätung beginne ich meine neue Arbeit. Das Geschäft ist eigentlich nichts Neues. Neu ist die Region, die drei baltischen Länder, Lettland, Litauen, Estland. Neu sind auch Kollegen in drei Ländern.

Alles ist neu.

11 Jahre habe ich in Moskau gelebt. Ich habe zwei Mal den Arbeitgeber gewechselt, habe mehr oder weniger drei Firmen und eine Repräsentanz aufgebaut, in Russland und in Zentralasien, habe die Weltfinanzkrise erlebt, war „kurz danach“ in Tbilissi und auf dem Maidan, durfte die gesamte Region bereisen und habe trotzdem viel zu wenig gesehen, habe viele Geschäftspartner schätzen gelernt und einige wenige Freunde gefunden und bin dankbar und froh, dass die Frau an meiner Seite dieses Leben mit mir teilt.
Das baltische Angebot kam zum rechten Termin. 11 Jahre waren schon mindestens 7 über meinem Plan. Aber, um fair zu sein, was sollte eigentlich ab 2010 kommen?
Ich hatte mich eingerichtet, bis zum biblischen Alter in Russland zu sein. Nicht, weil es nichts Besseres gab. Nein, ich habe mich wohl gefühlt. Und ich habe gelitten und leide noch heute, wenn ich die Entwicklung der russisch- europäischen- deutschen Beziehungen seit dem 4. Quartal 2013 bedenke.
Ich gehörte einer geschätzten Nation an, deren Produkte unglaublich teuer, aber einfach die besten waren. Wir waren geachtet, sehr hoch geschätzt. Unsere Tochter konnte 2006 keinen Platz in der deutschen Schule Moskau erhalten. Duma- Abgeordneten- Autos standen vor dem Tor, eine Quote soll es gegeben haben, da des Präsidenten Töchter dort lernten. Alles vorbei. Die Schule wurde teuer, Wartelisten gibt es weder in der Schule noch für die WBS70- Wohnungen im deutschen Dorf.

Und so gehe ich mit dem sprichwörtlich weinenden und lachenden Auge aus Moskau und Russland weg. Als ich fuhr, liess ich Lyube im CD- Spieler laufen. Die Fahrt war lang, also folgten Sergey Trofimov und Alexander Rosenbaum. Ich bin nicht mehr der Jüngste …

Ich hoffe, meine Freunde J. und J. bewahren den Koffer. Ich brauche keinen in Berlin. Mein Traum bleibt. Ein Häuschen an hohem Ufer, Birken, ein Fluss zu sehen und meine Liebste und ich sitzen da bei Musik und schauen den Enkeln zu.

Lab dien!

Kategorien:Auto, Lettland, Reise, Russland Schlagwörter:

Tashkent und Schluss

… ich habe noch nicht einmal neue Fotos von Tashkent. Der Mehrheit der Freunde ging es schon in den Tagen zuvor wie mir bei der Anreise in Tashkent. Montezumas Rache oder einfach nur Baumwollöl auf ungewohnten Verdauungstrakt ist nun mal nicht gut. Ich verbrachte einen halben Tag im Hotelbett, um am Abend wieder mit voller Kraft und Appetit dabei zu sein.

 

Fazit:

Liebe Leser, reist nach Uzbekistan! Die Uzbeken sind unglaublich gastfreundlich, hilfsbereit, höflich, nachsichtig. Fotofreunde können Bilder machen, kostenlos, als ob sie alle für den National Geo arbeiten würden. Trotz der 40 Tage nach dem Ableben des Präsidenten gab es keine Behinderungen durch Staatsakte oder Massengedenken. Es ist einfach gut.

Nochmal:

Reist nach Uzbekistan! Wer weiß, wie lange es dort noch so sein wird.

Kategorien:Uncategorized

Samarkand (10.-13.10.2016)

2016/10/13 2 Kommentare

… wir nehmen den Zug, Shark, russisch für Haifisch. Erste- Klasse- Ticket kostet rund 30 EUR. Preise sind Schäume, ich hatte die Vorstellung von Shinkansen und ICE, zumal alle sagten, dass es in Uzbekistan nur zwei Superzüge gäbe. Nun gut, der Shark ist es nicht. Klima war nicht, Komfort auch in der Ersten nicht vorhanden, aber er fuhr.

Samarkand.

Die Perle der Seidenstrasse.imgp9465-kopie… der Registan. Vergleiche einfach die Grösse der Menschen mit den Gebäuden.

imgp9562-kopie… bei uns um die Ecke

imgp9490-kopie… vor- der- Hochzeit- Fotos. Muss ein ziemliches Geschäft sein in Uzbekistan

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… Berufsgenossenschaft? Arbeitsschutz? Stell dir vor, Schleifgerät oder Mensch fallen nach unten. Nichts abgesperrt …imgp9539-kopie

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… Geschäft für die Waren des täglichen Bedarfsimgp9569-kopie

… Gasse im Altstadtviertel, auf dem Weg zur Synagogeimgp9578-kopie

… Shakhir- Senda (oder wie auch immer das geschrieben wird …). Die Totenstadt von Samarkand. Und ich hob meinen Kopf, noch im Türrahmen, und bezahlte die goldene Kuppel mit einer weiteren Schramme.

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… auf dem Basarimgp9661-kopie

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… sie liessen sich gerne fotografieren. Auch sie sind Muslime.Wir vergessen das allzu schnell, wenn Islam nur noch mit Terror, Bomben, Leid und Verblendung verbunden wird.

imgp9871-kopie… es ist wieder Zeit

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.. das Viertel, wo unser B&B daheim ist

 

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… beim Bäcker. 500 Fladenbrote hat er heute gebacken, zu dritt, zum Preis von 1000 Som auf dem Markt verkauft, rd. 0,15 EUR. Tagesumsatz also 79 EUR, zu dritt, bei mehr als 12 Stunden Arbeit. In die Gesichter schauen und Nachdenken. Als ich 500 Som, 7 Cent, Trinkgeld für das Brot geben will, protestiert der Chef (der die Fladen in den Backofen klebt). Für Brot gibt man kein Trinkgeld. Ich habe ihm gesagt, dass es nicht für´s Brot ist, sondern für die Störung bei der Arbeit. Dann konnte er es akzeptieren. Sieben Cent.

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