Disney World und die russischen Erfahrungen
Von der Sowjetunion lernen heisst, siegen lernen- eine weitverbreitete Losung vor 25 Jahren, die verspottet, belächelt und kaum ernsthaft beachtet wurde. Die Amerikaner haben es auch getan, wie ich heute lese. FOCUS online schreibt heute:
… Ein Tag im US-Freizeitpark Disney World kann viel Zeit kosten – vor manchen Fahrgeschäften gibt es lange Wartezeiten. Doch die reichen Familien Manhattans wissen das offenbar zu umgehen: Sie mieten sich behinderte Begleiter, um eine Vorzugsbehandlung zu erhalten.
Im beliebten US-Freizeitpark Disney World sind lange Wartezeiten vor den Fahrgeschäften vorprogrammiert. Der Park selbst bietet zwar teure VIP-Touren an, durch die man schnelleren Zugang bekommt. Doch einigen Eltern ist selbst das offenbar nicht gut genug. Die US-Zeitung „New York Post“ enthüllte am Mittwoch (Ortszeit) eine angeblich unter reichen Familien verbreitete Praxis: Diese bezahlen einen behinderten Begleiter, der es der Gruppe ermöglicht, die Warteschlangen komplett zu umgehen…
HIER ist der volle Text.
Einkauf
Sonntagmorgen, wir müssen Lebensmittel und den Rest dazu einkaufen. Gut, dass in Moskau Lebensmittel zu vernünftigen Zeiten verkauft werden:
Auchan (Ashan auf russisch) Mo- Fr 8:30 – 23 Uhr, Sa 8 – 23 Uhr, So 8:30 – 22 Uhr
METRO Mo – So 24 Std (mit einer 10minütigen Kassenpause um Mitternacht)
Wenn OBI von Montag bis Sonntag 24 Std geöffnet hat (mit einer ebenfalls 10minütigen Kassenpause um Mitternacht), dann ist dies nur allzu verständlich. Alkohol wird allerdings nicht zwischen 22 und 8 Uhr verkauft.
Die Strassen sind frei, der Supermarkt auch.
Ein paar Eindrücke:
… Versuch einer zusammengesetzten Aufnahme: das Wodka- Regal
… Kasse 108- und alle sind besetzt
… Bankautomaten, für jede bank einer, damit die Kunden die Gebühren sparen können
… Neben Auchan gibts den Herrenausstatter “Kanzler”. Unbekannt? Macht nichts, Hauptsache es klingt gut deutsch.
Um rd. 220 EUR leichter fahren wir wieder heim, ohne etwas Besonderes gekauft zu haben. Waschmittel und ein paar Weinschläuche sind ins Geld gegangen.
Daheim lese ich den aktuellen Bericht zum NSU- Prozess auf SPON. Sturm, Stahl und Heer heissen die Verteidiger der Beate Zschäpe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …
Tarusa
8. Mai, wir flüchten aus der Stadt. Ziel ist heute Tarusa. Ca. 140 km südlich von Moskau gelegen, im Kalugaer Gebiet, bekannt als Stadt der Künstler wegen des Sommersitzes von Svyatoslav Richter und der Schilderungen der Poetin Marina Zwetayeva.
Nach 3 Stunden Fahrt sind wir da. Im Hotel ist ab 18 Uhr Check- In. Dafür ist Check- out erst um 16 Uhr. Gut für die trinkfreudige Gemeinde, die dann noch auf Piste muss … Uns interessiert dies weniger, da wir die Stadt anschauen wollen und auch H. und K. treffen wollen. H. ist seit Mitte der Neunziger Jahre in Tarusa und professionell der schreibenden Zunft gehörig. K.´s Bauernhof interessierte mich ebenso. Leider können wir nicht dahin fahren, da die Wege durch den langen und schneereichen Winter noch unpassierbar seien.
Am Mittwoch machen wir einen langen Gang am Ufer der Oka entlang in die Stadt.
Am Donnerstag ist einer der Höhepunkte des russischen Jahres: Tag des Sieges. An der Rezeption hören wir, dass um 10 Uhr die Versammlung auf dem Leninplatz beginnt. Wir sind pünktlich da- und die Ersten. Die Veranstaltung beginnt erst um 11 Uhr, damit alle die Gelegenheit haben, die TV- Übertragung der Parade in Moskau zu verfolgen.
Nun gut. Über Tarsua fliegen einige Einheiten der Luftstreitkräfte hinweg.
Die Kundgebung beginnt am Denkmal für Gefallenen bewaffneter Auseinandersetzungen und der Toten von Tschernobyl. Danach bewegt sich der Zug zum Denkmal für General Efremov, der in Tarusa geboren wurde. Dem folgt der lange Zug durch die Stadt zum Denkmal für die Helden des 2. Weltkrieges. Die KP führt den Zug an.
Am Denkmal ist alles vorbereitet. Auch im nahen Park: Der Bereich für die Veteranen ist bereit, um sie wie üblich kostenfrei zu bewirten. Grills sind im Gang, Tische aufgebaut. Die meisten Tarusaer haben die Plätze schon eingenommen und geniessen den Tag bei Shashlyk und Wodka. Wir belassen es beim Shashlyk.
Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Stadt sind wir am Hotel zurück. Mit dem Auto sind wir in rund 2 1/2 Stunden wieder daheim. Unterbrochen wurde die Fahrt nur durch einen Stau, verursacht durch einen tödlichen Unfall kurz vor Moskau, den wir zum Glück erst während der laufenden Bergungsarbeiten passieren mussten.
Tarusa? Besuchenswertes Städtchen.
… Leninplatz, der zentrale Platz von Tarusa
… Blick aus Tarusa auf die alte Kirche
… dumm gelaufen: Der Elektriker wurde wohl vergessen, als die Türen eingebaut wurden
… 9. Mai: Die Antonov- Maschinen TU-95 über Tarusa, nach der Parade in Moskau (Danke an m1009 für den Hinweis! Hätte auch gleich googeln können …)
… für die Ortschronik ein Foto mit Veteranen
… Warten auf die Veteranen am Ausschank
… Was geht mich das Fallrohr an, sagte sich der Gasinstallateur, und legte die neue Leitung 
… Dank an Oma und Opa für ihren grossen Sieg
… Auf Berlin! – vor ihm stand aber der Abschlepper, da der Nachwuchspanzer schon auf der M2 nicht mehr wollte
Grosse Dinge …
… werfen ihre Schatten voraus- sagt man.
Am Freitagmorgen dröhnten die Flugzeuge der Luftstreitkräfte Richtung Stadtzentrum als Probe für die Parade zum 9. Mai.
Die Stadt scheint ein wenig wie ausgestorben. Die verlängerten Feiertage haben viele veranlasst, hinaus zu fahren. Das Büro ist beinahe leer.
Und heute morgen ist die letzte Generalprobe für die übermorgen stattfindende Parade.
Folge:
… so sieht eine teilweise gesperrte Innenstadt auf der Karte aus. HIER schaut der geübte Moskau- Selbstfahrer nach, bevor er sich in den Verkehr stürzt.
… und so sieht dann der TTK, der Dritte Transportring, aus- trotz der reduzierten Zahl von Autos, die in der Stadt sind
Erledigungen bis 12 Uhr sind heute besser per Metro zu tun, solange sie in diesem Dreieck stattfinden.
Ein wenig später bietet sich das Bild aus meinem Bürofenster:
… Flugzeuge über Moskau sollen nun häufiger werden, nachdem das Flugverbot aufgehoben wurde. Weniger wird es wohl diese Sorte werden, sondern mehr Helikopter für auswärts wohnende Wohlhabende, die den Staus entgehen können.
Den Tag des Sieges werde ich wohl irgendwo in der Provinz erleben. Mal sehen, Planung läuft.
Marken 2
Münz Schuhe kommen …
Ich hatte in einem Beitrag zu deutsch- russischen Marken Thomas Münz erwähnt HIER
… Komfort hat einen Namen- wird in mehreren Stationen auf Deutsch geworben. Geschicktes Marketing.
Metrotour
Irgendwo im Internet fand ich einen link auf diese Seite SPUTNIK, die interessante und ungewöhnlicheTouren durch Moskau anbietet. Besuch ist ein willkommener Anlass für solche Vorhaben.
Ich buche die Tour durch die Moskauer Metro. Zwei Stunden sind wir kreuz und quer unterwegs, erfahren Neues und Unbekanntes. So wurden die ausländischen Architekten der ersten Bauphase der Metro ab 1928 später deportiert, da Stalin in ihnen Spione vermutete. – Ob daher auch der Linksverkehr herrührt, lässt sich nur ahnen. Seltsam ist es schon, dass bei allen Übergängen zwischen den Stationen links zu laufen ist. -
… der Metrozug “Kursker Bogen” zur Erinnerung an den Panzerzug, den die Moskauer Metrobeschäftigten aus Spenden finanziert hatten und in der Schlacht am Kursker Bogen erstmalig zum Einsatz kam
Es regnet, als wir wieder das Tageslicht sehen. Trotzdem machen wir noch den zweiten Teil des Programms, das Haus an der Uferstrasse.
Irgendwie passt das Wetter zu dem, was wir, wie erwartet, im kleinem Museum des Hauses sehen. Es war gebaut worden für das ZK der KP. Dementsprechend lang ist die Liste der Bewohner, die Opfer der Stalinschen Säuberungen wurden. Anna berichtet, dass es nicht wenige gab, die 1937 in den Lagern verschwanden und, nach glücklicher Heimkehr 10 Jahr später, gleich wieder verhaftet wurden.
Sergieyev Posad
Nördlich von Moskau gelegen liegt das Kloster Sergiyev Posad. Im Range einer Lavra, der höchsten Kategorie eines Klosters in der russischen Orthodoxie, ist der Komplex wirklich sehenswert.
Wir verzichten dieses Mal auf den Vorortzug, in der irrigen Annahme, wir kämen mit dem Auto schnell dahin. Leider wird die Yaroslavskoe Chaussee gerade erweitert und wir geraten von einem Stau in den nächsten.
Nach fast 2 Stunden sind wir da. Strahlender Sonnenschein und Unmassen Menschen empfangen uns. Das bevorstehende Osterfest ist der Anlass, gesegnetes Wasser und Kulich, Osterkuchen, im Kloster zu holen. Wir haben unsere Führung, können einen Teil auch besichtigen. Der russische Staat, Besitzer des Klosters, hat Mittel für eine Reparatur der Hauptkirchen zur Verfügung gestellt, sodass die Türme leider eingerüstet sind.
Am Abend gibt es noch ein Foto aus dem Fenster. 22:20 am 3. Mai in Moskau sollte eigentlich eine ruhige Zeit auf dem Dritten Ring sein …


















